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5 sommerliche Gedanken

Während ich diesen Beitrag für euch tippe, herrschen draußen kalte (!) 25 Grad an einem Ort, der gestern noch 35 davon hatte. Zeit für sommerliche Gedanken ist es also allemal. Einige davon möchte ich mit euch teilen und bin an eurer Meinung sehr interessiert.

Da ich einmal mehr das Vergnügen hatte, eine neue Stadt kennenzulernen, sind natürlich auch viele andere Dinge ins Bewusstsein gerückt, die auch diesen Beitrag mitgestalten werden.

Sommerliche Gedanken

Sommerliche Gedanken, die es wert sind, gedacht zu werden

Es ist für mich immer wieder interessant, wohin sich meine Gedankensynapsen so bewegen, wenn ich sie ganz freilasse. Denn frei sind sie immer, aber manchen Dingen gebiete ich Einhalt.

Somit kam hier in Bukarest einiges zum Vorschein und das wollte ich etwas früher als sonst dann auch mal festhalten. Das sind sommerliche Gedanken, die uns allen zu ein bisschen mehr Glow verhelfen können.

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1. Nachrichten

Eine Woche, bevor wir diese Reise antraten, hat ein (seriöses, wie ich glaube) Fernsehnachrichtenmagazin berichtet, dass Bukarest unter einer der größten Hitzewellen leidet. Boah, dachten wir, wie sollen wir es da mit so geschlauchten Einwohnern aushalten können?

Ankunft in Bukarest, das Thermometer zeigt 35 Grad. Gut, das ist warm. Sehr warm. Auf dem Weg ins Hotel fragen wir den Taxifahrer mitfühlend, wie er es denn aushalte mit dieser ungewöhnlichen Hitzewelle. Der schaut uns ziemlich seltsam an und fragt: welche Hitzewelle? Unsere Sommer sind immer so warm. Ups.

Wir haben noch mehrere andere Menschen hier auf die Wärme angesprochen, alle sagten dasselbe. Und liefen ganz normal durch die Städte und freuten sich ihres Lebens.

Dies ist nur eine einzige Nachricht, aber wir wissen alle, dass es mehr davon gibt.

Sommerliche Gedanken

Die Menschen hören wohl nicht mehr zu

Die Tagesschau hat ab jetzt eine Tagesschau in einfacher Sprache Sendung, weil Menschen angeblich nicht mehr in der Lage sind, länger zu folgen. Das hat mich sprachlos gemacht. Ich würde mir allerdings von den Nachrichten etwas wünschen:

  • Ich wünsche mir Berichte und Schlagzeilen, die aufklären und nicht immer negativ losballern. Wobei das viele offenbar mehr interessiert. Realistische Ursachen und Fakten sollten uns allen helfen, etwas aufgeklärter durch die Welt zu gehen.
  • Nicht jede Nachricht verspeise ich so, wie sie gesendet wird. Ich schaue tiefer, lese nach.
  • Nicht jede Schlagzeile reicht aus, um zu verstehen und zu wissen
  • Ich wünsche mir, dass uns öfter vermittelt wird, was alles besonders und gut läuft. Das ist eine Menge, das habe ich gerade wieder gelernt.
  • Auch wir können zu einem positiveren Nachrichtenbild beitragen.

2. Sommerleben

Nicht jeder von uns mag den Sommer. Ich schon und darum darf er lange bleiben. Ich liebe ihn, auch wenn er heiß ist. Denn es ist alles irgendwie leichter. Auch bei Hitze. Jedenfalls finde ich, sollten wir uns alle das schönste Sommerleben gestalten:

  • Eis essen und neue Sorten probieren
  • Barfuß laufen
  • Die Füße in einen Eimer mit kaltem Wasser tunken, wenn (was wohl oft der Fall ist) kein Pool in der Nähe ist
  • Die Abende genießen
  • Die schönen Dinge sehen, denn die gibt es auch für nicht Sommerliebhaber
Sommerliche Gedanken

3. Followerzahlen

Das ist immer wieder ein ganz großes Ding unter Bloggern, Instagrammern und allen, die irgendwie so unterwegs sind. Gerade jetzt wieder und darum möchte ich dazu Stellung beziehen. Da werden Anzeigen gekauft, versucht, den Algorithmus auszutricksen, gebettelt und so vieles mehr.

Es wäre eine Lüge zu behaupten, dass ich mir nicht wünsche, viele Menschen mit diesem Blog oder meinen Social-Media-Kanälen zu erreichen.

Aber und das möchte ich an dieser Stelle klar sagen: Ich bin dankbar für jeden einzelnen von euch, der hier liest, ob passiv oder aktiv, der diesen Blog oder die Kanäle weiterempfiehlt, der dabei ist.

Ich ‚treffe‘ hier nur freundliche Menschen, die aktiv und nett sind. Ich werde mich nicht verbiegen und hoffe, dass ich euch dennoch erreiche, ihr Freude habt und etwas mitnehmt. Nämlich, dass man auch mit einer normalen Figur, normalem, gesunden Essen und einem normalen Leben etwas sehr Schönes hat und daraus ganz viel Glow entsteht. Das zählt für mich mehr und ich hoffe, dass endlich alle, auch die Firmen, begreifen, wie toll eine nette Community ist. Und das Zahlen zwar schön, aber nicht alles sind.

Denn was nutzen 98 % Prozent Ballbesitz, wenn die andere Mannschaft in ihren 2 % das einzige Tor schießt? Eben…

Punkt.

4. Aussehen und Dankbarkeit

Immer wieder hört man dieses:

  • Ich muss abnehmen, dann…
  • Ab x Jahre trägt man nicht mehr ärmellos, Shorts, kniekurz, eng
  • Wenn ich solche Haare hätte..
  • Wenn hier oder da etwas anders wäre

Jeder soll natürlich machen, was er möchte, keine Frage. Aber ich finde einfach, solange wir über diese Dinge öffentlich reden und Hashtags produzieren, bewegen wir uns nicht auf einem Weg von Akzeptanz und Toleranz. Weder bei uns, noch bei anderen.

Ich stelle für mich immer wieder fest, dass Menschen, die wirklich in sich ruhen, schöner sind als die, die dauernd an sich (und anderen) herumkritteln.

Weil sie eine Ausstrahlung haben. Gerade in der letzten Woche ist mir das wieder sehr stark aufgefallen.

Ich bin nicht jeden Tag und immer zufrieden mit mir und meinem Aussehen, aber ich frage mich dann, welche Zeit, Mühe und Entbehrung oder Aufwand es mich kosten würde. Stehen Aufwand und Ertrag im Einklang? Nein? Dann bleibt es, wie es ist und ich widme mich dem, was mir gefällt.

Dann üben wir uns vielmehr in Dankbarkeit, uns, unserem Leben und auch anderen gegenüber.

Sommerliche Gedanken

5. Verhalten

In der letzten Woche sind mir zwei Dinge sehr präsent vor Augen geführt worden. Das erste bezieht sich auf das Thema Dankbarkeit:

In Bukarest habe ich so oft gehört, wie stolz die Menschen sind, mittlerweile in einer Demokratie und in einem geeinten Europa leben zu dürfen. Wir nehmen das immer so selbstverständlich und beschweren uns, was alles nicht läuft. Es ist auch nicht alles gut. Aber vieles und das haben wir der Demokratie zu verdanken. Und der harten Arbeit der Generationen vor uns. Darum sollten auch wir nicht müde werden, dabei mitzuhelfen, dass genau das erhalten bleibt.

Frieden und Freiheit gibt es nicht aus dem Wasserhahn, es ist an uns, dabei mitzuhelfen.

Auch durch unser Verhalten.

Respektvolles Verhalten anderen gegenüber

Es ist egal, ob es sich dabei um Mitmenschen oder Berufsgruppen handelt. Ein simples Dankeschön, Auf Wiedersehen, Bitte, ein Kompliment oder ein kurzes Lob. Nichts erhellt den Tag eines anderen Menschen so, wie eine wohlwollende Unterstützung.

Ich begrüße Busfahrer öffentlicher Verkehrsmittel, ich habe mich bei dem Busfahrer der Stadtrundfahrt bedankt (von 20 Menschen war ich eine von dreien), ich sage einem Kellner, dass er trotz des übervollen Lokals einen tollen Job gemacht hat. Und ich mache Komplimente, wofür auch immer. Oder ich lasse jemanden vor, weil ich länger brauche.

Nicht inflationär, sondern so gemeint. Es ist eine kleine Geste, die so viel im Miteinander bewegt und bewegen kann. Die Welt wäre Stück für Stück ein bisschen freundlicher. Mir fällt auf, dass das in anderen Ländern oft viel besser praktiziert wird. Da sind wir ausbaufähig.

Sommerliche Gedanken

Sommerliche Gedanken, was meint ihr?

Ich habe kurz überlegt, ob ich statt mich in sommerliche Gedanken zu begeben lieber einen Hallo Juli Beitrag geschrieben hätte. Aber irgendwie ist es das ja dennoch.

Welche Gedanken teilt ihr? Was würdet ihr ergänzen?

Alles Liebe,

Eure Nicole

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13 Kommentare

  1. Ein wundervoller Beitrag und so viele schöne Bilder. Auch ich bin dankbar für jeden Einzelnen lieben Menschen, den ich durch die Bloggerei kennen lernen durfte.
    In Bukarest war ich noch nicht, sieht aber toll aus!
    Liebe Grüße!

  2. Liebe Nicole, ich kann mich in Deinen Gedanken selber allerbestens wiederfinden und danke dir, dass Du das so treffend und einfühlsam zusammengestellt hast. Ich werde es mir noch öfter durchlesen, wenn die Unzufriedenheit mich mal wieder überkommen sollte.

    Dass heutzutage Lesekompetenz und das Erfassen von Texten und Gehörtem teilweise sehr unzureichend vorhanden sind, erschreckt mich immer wieder. Damit meine ich natürlich nicht die Menschen, die nicht mit unserer Sprache aufgewachsen sind.

    1. Ich danke dir sehr für deine wertschätzenden Worte.
      Mir ging es bei der Tagesschau exakt um diesen Punkt: Dass viele Muttersprachler nicht in der Lage sind, Nachrichten oder Texten zu folgen, finde ich erschreckend. Aber ansonsten ist es eine gute Sache, ich hoffe, das hat Erfolg.

      Liebe Grüße
      Nicole

  3. Ich habe gerade heute etwas zur Tagesschau in einfacher Sprache gehört. 17 Mio Menschen in Deutschland sind nicht in der Lage, komplexe gesprochene Texte zu verstehen. Und das sind beileibe nicht nur diejenigen, die mit der deutschen Sprache hadern. Da fehlt ganz generell jede Menge Bildung. Und die kriegst du eben nicht per Trichter rein. Ich glaube tatsächlich, dass wir da ganz oft in einem Elfenbeinturm sitzen, ohne es zu bemerken. Daher: Von mir definitiv einen Daumen hoch für die neue Version der Tagesschau. Ob sie tatsächlich diejenigen informiert, die sie informieren will, weiß ich allerdings auch nicht so recht. Aber sie bietet eine Möglichkeit. Kann man annehmen. Muss man nicht.

    Und zu Followerzahlen und Aussehen/Dankbarkeit habe ich eine recht simple Meinung: Beide lassen mich völlig kalt. Wer was trägt, wer wieviel wiegt oder wer welche Haare hat – ist das nicht einfach nur egal? Weder Haare noch Gewicht oder Kleidung definieren Glück. 20 Kilo weniger machen nicht automatisch zufrieden – auch wenn man sich das gern einredet. Wie du sagst: Zufrieden und schön ist jemand, der in sich ruht.

    Ich verstehe das Gejammere, auf das ich von Zeit zu Zeit – was Followerzahlen betrifft – treffe, nicht so wirklich. Wenn ich ein Ziel erreichen möchte, dann muss ich in der Regel etwas dafür tun. Wenn das System gegen mich arbeitet, dann hilft kein Jammern. Dann muss ich meine Strategie anpassen. Ob es mir nun passt oder nicht. Oder eben aus dem System aussteigen.

    Und da ist es eben egal, ob das Ziel die Followerzahl ist oder das Gewicht. Ich sehe das so: Ist der Aufwand mir persönlich zu hoch, lasse ich es los. Fertig. Mein Gejammer darüber will vermutlich kein Mensch hören. Und mich macht es auch nicht glücklich respektive zufrieden.

    Liebe Grüße
    Fran

    1. Zu 1: Ja, ich finde das grundsätzlich auch sehr gut, der Kontext hat mich schockiert.
      Zu 2: Du kannst die Menschen ja nicht zwingen, dir zu folgen. Du kannst es dir aber wünschen und hoffen, dass sie mögen, was du so produzierst. Oder eben welche kaufen. Ganz schlimm. Ich empfinde das Gejammer eben nur als wenig wertschätzend gegenüber denen, die schon da sind.

      Bei dem Aufwand bin ich bei dir. Und freue mich wie ein Keks über jeden, der hier oder bei Insta liest.

      Liebe Grüße
      Nicole

  4. Danke für Deine sommerlichen Gedanken. Vieles davon denke ich auch.
    Du weißt, dass ich eine begeisterte Europäerin bin und all das sehr zu schätzen weiß, was wir hier haben.
    Natürlich erschreckt es mich auch, wie damit umgegangen wird umso mehr freue mich über Deine Bukarester Erfahrungen.
    Zum Thema einfache Sprache:
    Letzte Woche waren wir mit unserer künftigen Erstklässlerin bei einer Schulrallye, wo ihre Schule uns (Oma und Opa) und noch 6 weiteren Kindern und Müttern vorgestellt wurde. Es war eine multinationale Gruppe von Ukraine bis Äthiopien. Die Lehrerin hat das alles witzig gemacht, aber sie sprach sehr schnell und ganz normal. Die Kinder haben alles verstanden und toll mitgemacht beim Punktesammeln und Aufgaben lösen. Die Mütter haben leider nur wenig verstanden, da haben die Kinder noch einiges nacherklären müssen. Auch bei den Elternabenden ist das so, erzählte mir mein Sohn hinterher (wir haben ja schon eine Enkelin in der dritten Klasse in derselben Schule). Insofern bin ich begeistert, wenn es eine Tagesschau in einfacher Sprache gibt und neuerdings bei uns im Museum für moderne Kunst eine Führung in einfacher Sprache. So könnten neue Zugänge geschaffen werden zu Kultur und Gesellschaft. Denn nur weil die Mütter nicht genügend Deutsch konnten (auch um etwas nachzufragen zB.) sind sie ja nicht uninteressiert oder ungebildet. So haben mehr Menschen eine Chance ihre Kenntnisse zu erweitern. Das ist eine echt gute Nachricht!
    Ab heute ist bei uns Sommer… und wir werden es genießen!
    Der Prosecco für den Aperol ist schon kaltgestellt…und morgen wird gegrillt mit der ganzen Familie. Sommer eben!
    Herzlich,
    Sieglinde

    1. Ja, ich finde diese Einrichtung grundsätzlich auch gut. Ich fand nur erschreckend, dass der erste Bericht zu dieser (guten) Sache war, dass das eingerichtet wird, weil Menschen nicht mehr zuhören.
      Auch eine Führung in einfacher Sprache finde ich gut, denn manche Führungen sind in der Tat etwas überladen.
      Ich finde Europa ebenso eine gute Sache, die ebenso wie Demokratie nicht selbstverständlich ist. Hier ist der Sommer noch schüchtern. Aber ich freue mich natürlich für dich und wünsche dir frohes Genießen.

      Liebe Grüße
      Nicole

  5. Danke für deine klaren und gut formulierten Worte/Gedanken, ein guter Impuls zum Start in die neue Sommerwoche.
    LG Brigitte

  6. @Tagesschau Ich finde es super, wenn es seriöse Nachrichten in einfacher Sprache gibt. Habe mir eben eine Sendung angesehen und die dürfte auch für Menschen zu verstehen sein, die noch nicht so gut Deutsch sprechen, von schneller Sprache überfordert sind oder politische Fremdwörter nicht kennen. Vermutlich werden immer noch eher intellektuelle Menschen auch diese Sendung gucken als ungebildete. Das ist ja eins der Probleme bei der Meinungsbildung, dass letztere eher Krawallmedien konsumieren.

    Komm gut in die neue sommerliche Woche, morgen wird DEIN Wetter!

    1. Es ist schön, dass du dich für mich mit freust, was das Wetter betrifft. Ich weiß, dass das nicht einfach für dich ist.

      Ja, ich finde das mit der Tagesschau auch gut, aber die Begründung hat mich erschreckt.

      Liebe Grüße und eine schöne Sommerwoche
      Nicole

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