
Weißt du alles über deine Familie? Andere nennen es Urlaub ist ein Buch, dass sich auf besondere und humorvolle Art mit dem Schweigen oder Wegducken in Familien beschäftigt. Und was Offenheit und das Wirken Dritter bewirken können.
Die Autorin Franka Bloom schafft es, mit diesem Buch nicht nur über Schweigen und Loslassen zu erzählen, sie führt uns dabei auch mit verschiedensten Charakteren zusammen. Und ich erzähle dir, warum ich dieses Buch lesenswert finde.

Andere nennen es Urlaub- ein Buch über Familiengeflechte
Franka Bloom führt uns mit ihrem neuen Roman nicht nur nach Italien, sie bringt uns auch mit einer Familie zusammen, die vieles ist, aber nur oberflächlich harmonisch. Denn in dieser Familie ist eines nicht passiert: Es wurde nicht offen kommuniziert, einiges schwelt unter der Oberfläche. Das ist mein zweites Buch, das ich von der Autorin lese und ich möchte euch erzählen, was mir an diesem Buch gefallen hat.
Auf geht es nach Italien
Netti und Ellen kümmern sich nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutsch um ihren immer kauziger werdenden Vater. Er vermisst seine Frau, die ihn nach Strich und Faden verwöhnt hat, schmerzlich und zieht sich immer mehr in sich selbst zurück.
Aber auch Nettis Leben wird gerade kräftig durchgerüttelt. Sie ist eigentlich Schauspielerin, aber um sich und ihren Sohn durchzubringen, arbeitet sie in einem Callcenter. Sie nennt das ihren Brotjob. Als sie eine Steuernachforderung erhält, rückt das geplante Abigeschenk an ihren Sohn, eine Reise nach New York, in weite Ferne.

Als sie an einem Reisebüro vorbeikommt, überredet sie die italienische Inhaberin, mit ihrem Neffen nach Italien zu reisen. Umsonst, in ihre Ferienwohnung, die mal durchgelüftet werden muss. Sie plant dies als Alternative mit ihrem Sohn Luis. Doch dieser sagt kurzfristig ab.
Nettis Schwester hat dann die glorreiche Idee, dass Netti doch ihren Vater mitnehmen kann.
Doch der möchte bestimmt nicht mit ihr in den Urlaub, denkt sie sich.
Es kommt anders als gedacht
Völlig unerwartet ist Vater Bruno jedoch sofort Feuer und Flamme für das Reiseziel Triest. Zunächst versteht Netti die Welt nicht mehr, aber dann wird klar, dass er kurz vor seinem 80. Geburtstag seine Hochzeitsreise noch einmal ’nachreisen‘ möchte.
Netti fühlte sich von ihm nie verstanden und hat ein bisschen Furcht vor der Reise.
Ihr Fahrer, Giorgio, nimmt diese ganze Geschichte jedoch gelassen und ermutigt sie. Ihre gut verdienende Schwester verspricht, alle anfallenden Kosten zu übernehmen.

Schon beim Packen kracht es
Netti stellt beim Packen fest, dass ihr Vater sich ganz schön gehen lassen hat. Sie will das auf der Reise unbedingt ansprechen und glaubt zu verhindern, dass er die Asche ihrer Mutter mitnimmt.
Und so geht es dann eines Morgens los. Schweren Herzens reist Netti ohne Sohn, aber dafür mit ihrem Vater los.
Auf der Fahrt wird es schon interessant
Giorgio nimmt dann noch seine Nichte auf, die Streit mit ihrer Mutter hat. Auf der Fahrt stellt sich heraus, dass auch Mutsch mit von der Partie ist. Jedes Gespräch ist anfangs schwierig, aber der Vater findet einen guten Draht zur Nichte Lulu, die ihn an seine verstorbene Frau erinnert.
Als sie in der Wohnung ankommen, stellt Netti fest, dass diese tatsächlich sehr alt und ungelüftet ist. Was wird das bloß für ein Urlaub werden?

Kurzes Öffnen und dann wieder Schweigen
Immer mal wieder gibt Bruno kleine Einzelheiten preis. Um sich dann aber direkt wieder zu verschließen. So erzählt er Netti, dass er auf der Suche nach einer Villa ist, in der er auf der Hochzeitsreise gewohnt hat.
Mit Hilfe von Giorgio kommen sie dem Geheimnis auf die Spur. Und plötzlich tauchen kurz vor dem 80. Geburtstag auch Ellen und Luis, Nettis Sohn auf.

Familientherapie in der Villa
Als sie die Villa gefunden haben, erkennt die Besitzerin Bruno wieder und lädt alle in die Villa, die immer noch ein Bed&Breakfast ist, ein.
Hier kommen Netti und Ellen einem der bestgehüteten Geheimnisse ihrer Mutter auf die Spur.
Immer wieder brechen die Konflikte, die auch zwischen Ellen und Netti herrschen, auf. Aber unter der Sonne Italiens und mithilfe der Mitreisenden gelingt es auch, dem Ganzen Harmonie einzuhauchen.
Und alles in allem stellen alle fest, dass sie viel zu wenig miteinander sprechen.
Was wird aus dem Familiengefüge werden?

Hat mir das Buch gefallen?
Der Autorin gelingt es mit viel Feingefühl und Humor, die Familienkonflikte und Geschichten zu erzählen und zu schildern. Diese ernsten Themen sind leicht verpackt und es fällt nie schwer, sie zu lesen und zu verstehen und sich mit jedem kleinen gelösten Detail zu freuen.
Unter dem Meeresrauschen und dem blauen Himmel erzählt sie anschaulich schön, wie sich alle langsam und wortgewaltig ihren Hemmnissen, Konflikten und Gesprächen stellen und sich nach und nach verstehen und auch annähern.
Das Buch hat für mich die Kernaussage, dass man viel mehr miteinander reden und seine Empfindungen offen teilen sollte.

Andere nennen es Urlaub- eine schöne Geschichte über das sich Öffnen
Mir hat das Buch sehr gefallen, denn es liest sich schön und bildhaft und man denkt auch oft, dass viele Dinge leichter wären, wenn darüber gesprochen wird.
Wäre das ein Buch für dich? Findest du es auch wichtig, über Konflikte zu sprechen?
Alles Liebe,
Eure Nicole
Werbung: Der Link zum Buch ist ein reiner Hinweis. Ich verdiene nichts daran und wurde nicht für diesen Beitrag bezahlt. Herzlichen Dank an den Rowohlt-Verlag, dass sie mir dieses Buch zur Verfügung gestellt haben und für die freundliche und zuverlässige Zusammenarbeit.





