
Ich habe das Buch Fünf Fremde* geschenkt bekommen. Nun muss ich zugeben, dass ich bei nordischen und norddeutschen Büchern (leider) eine gewisse Skepsis an den Tag lege.
Aber der Klappentext las sich spannend und die Freundin, die es mir geschenkt hat, fand es super. Also habe ich mich, ein wenig voreingenommen, an das Buch herangewagt.

Fünf Fremde auf Neuwerk- sind die sich wirklich fremd?
Auf der MS Flipper befinden sich bei stürmischen Herbstwetter 5 Personen, die auf die Insel Neuwerk zurückkehren. Vier von ihnen kennen sich persönlich, auch wenn sie das bei der Überfahrt noch nicht wissen.
Alle fünf verbindet ein furchtbares Ereignis, das in diesem Jahr dreißig Jahre zurückliegt.
Auf Neuwerk sind damals zwei Teenager unter mysteriösen Umständen verschwunden, die nie wirklich aufgeklärt wurden.

Warum jetzt und warum die fünf?
Annika hat früher auf Neuwerk gewohnt und kehrt zurück zu ihrer stark dementen Mutter, um sich ein Bild davon zu machen, wie es um die alte Dame steht. Sie arbeitet eigentlich bei der Mordkommission in Hamburg, hat sich aber aus verschiedenen Gründen beurlauben lassen.
Charlotte war damals als zu den Geschehnissen als Lehrerin auf Neuwerk. Aus lauter Gram über den Vorfall damals sucht sie Trost in einem Kloster. Sie kehrt zurück, weil sie einen Brief von ihrer Freundin Hedda, Annikas Mutter, erhalten hat. Und auch, um zu sehen, ob es noch etwas aufzuklären gibt.
Sinje ist gerade Witwe geworden und lebt eigentlich in Rom. Sie hat aber vor, ein True-Crime Buch über die Vorfälle damals zu schreiben.
Mats arbeitet beim Deutschen Wetterdienst und war damals in der Klasse mit den verschwundenen Kindern. Auch er wurde mit Emails auf die Insel gelockt.
Michelle möchte eine toxische Beziehung überwinden und hat sich als Vogelwartin auf der Nachbarinsel Scharhörn beworben. Auf Neuwerk soll sie ihre Vorgängerin treffen.

Es geschehen seltsame Dinge
Schnell wird klar, dass alle Protagonisten für sich eine Schuld oder ein Geheimnis mit sich herumtragen. Als dann ein schwerer Orkan aufzieht, sind sie auf der Insel gefangen.
Der männliche der beiden verschwundenen Teenager konnte nie gefunden werden, das Mädchen ist schwer verstört wieder aufgetaucht , sie hat das Geheimnis nie lüften können und ist später verstorben, so haben es die anderen vernommen.
Dann taucht eines Abends auf einem Vermisstenfriedhof eine Leiche auf, die den Ring des verstorbenen Teenagers trägt. Ist das endlich die Gewissheit, dass der Junge damals auf Neuwerk verstorben ist?

Nach und nach finden alle wieder zusammen
Im Laufe der Zeit begegnen sich die fünf und erkennen sich auch wieder. Die seltsamen Vorkommnisse jedoch nehmen ihren Lauf. Denn plötzlich ist auch die Vogelwartin verschwunden und alle sind beunruhigt. Was hat sie mit dem Fall von damals zu tun?
Werden die Vorgänge von damals aufgeklärt werden?

Wie mir das Buch gefallen hat
Von Anfang an gelingt es der Autorin, einen Spannungsbogen aufzubauen, der bis zum Schluß komm abflacht. Obwohl mir der Ort des Geschehens für einen Krimi nicht so zusagte, war ich von der Geschichte von Anfang bis Ende fasziniert, die Aufklärung hat mich komplett überrascht.
Die Sprache und die Bildgebung des Buches gefielen mir sehr und es ist auch schlüssig, dass auf einer derart kleinen Insel so etwas passieren kann. Darum war dieses Buch wirklich spannendes Leseglück für mich.
Hast du Orte, von denen du nicht so gerne Bücher liest? Findest du einen Thriller auf Neuwerk spannend?
Alles Liebe,
Eure Nicole
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Oh – wie konnte das passieren, dass mir dieses Buch bisher entgangen ist? Danke für den Tipp, les ich auf jeden Fall.
Ich habe von Romy Fölck neulich das erste Mal ein Buch gelesen: Die Rückkehr der Kraniche – und fand es wirklich richtig gut.
Ich lese gerne Bücher in nordischen und / oder norddeutschen Settings – für mich also genau richtig.
Liebe Grüße
Britta
Dann freue ich mich, dass ich dir einen besonderen Hinweis geben konnte. Viel Freude beim Lesen.
Liebe Grüße
Nicole
interessant finde ich, dass die räumliche Nähe zum Ort des Geschehens für dich ein Hinderungsgrund zum Lesen gewesen wäre. Ich freue mich umso mehr, dass du meinem Tipp gefolgt bist. Und dass dir der Krimi von Romy Fölck auch gut gefallen hat, finde ich schön. Ich kannte von ihr bisher einen geschenkten wunderschönen Roman , der sehr auf die Natur der norddeutschen Inseln abzielte. Aber ich finde, Krimis kann die Autorin auch! Besonders spannend finde ich die Art des Schreibens, wenn aus vielen Perspektiven mit unterschiedlichen Personen eine schlüssige Geschichte wird. Das ist Romy Fölck in diesem Krimi definitiv gelungen.
Ich habe generell eine Sperre bei nordischen Krimis, weil ich die immer so dunkel finde. Und wenn man, wie ich, lange in der Nähe von Neuwerk gewohnt hat, ohne jemals dort gewesen zu sein (räusper), dann kann man sich das Geschehen nicht so ableiten.
Hier hat das jedoch wunderbar geklappt und es zeigt, dass man auch beim Lesen einmal über seinen Schatten springen kann und dabei eine Perle entdeckt.
Liebe Grüße und Danke für den Tipp
Nicole
Hallo Nicole, gut möglich, dass dieses Buch was für mich wäre – ich muss das anhand einer Leseprobe überprüfen, denn der Schreibstil ist für mich wichtiger als der Ort des Geschehens.
Es sei denn, ich lese mich durch eine Serie und in einem Band muss die Hauptfigur woanders als gewohnt agieren. Also z.B. wenn ein schwedischer Kommissar im Rahmen seiner Ermittlungen nach Prag muss… mein innerer Monk kriegt Zustände und beim wiederholten Lesen so einer Serie kann es sein, dass ich das Buch mit dem Ortswechsel einfach auslasse.
LG von da, wo ich sowieso immer sein will (und wo das Wetter auch deutlich besser ist)
Marie
Du hast natürlich recht: Der Schreibstil ist das Entscheidende. Allerdings habe ich bei meinen Proben immer festgestellt, dass es nordisch eher ‚düster‘ zugeht und das mag ich bei Krimis und Thrillern auch nicht.
Und ich verstehe dich zu gut: Diese Vermischungen gehen gar nicht. Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder dort ermittelt, wo es ihm beliebt?
Ich wüsste gern, wo du bist, wo das Wetter besser ist… Hier ist es nicht.
Hab eine schöne Zeit dort und pack das Wetter ein, wenn du zurückgibst.
Liebe Grüße
Nicole
Das Buch war eine große Empfehlung beim Freundinnen-Bücherabend, der regelmäßig in meiner Lieblingsbuchhandlung durchgeführt wird. Neben online-Tipps und Vorschläge wie bei dir und Ines mag ich solche Abende auch sehr.
Das Buch wäre was für mich, den eher unscheinbaren Ort zu verknüpfen mit einer Geschichte, in der die Fäden aus der Vergangenheit wieder zusammenlaufen … einzig das Verschwinden der Kinder ist nicht das „Richtige“ für mich. Wenn Kindern etwas zustößt, dann bin ich bei Büchern oder Filmen raus.
Hier regnet es in Strömen … also passendes Wetter, sich es gemütlich zu machen mit einem Buch. LG Brigitte
Das kann ich nachvollziehen, auch wenn ich sagen muss, dass die Kinder immer nur unterschwellig Thema sind. Toll finde ich, dass du solche Abende besuchst. Hier ist es auch eher Herbst als alles andere.
Liebe Grüße und kuschel dich ein,
Nicole
Ob es nun eine kleine schottische, schwedische Insel oder Neuwerk, ist doch egal. Klingt für mich nach einem nordischen Thriller, deshalb hätte ich ihn dir auch nicht geschenkt. Dass er die gefallen hat, ist eine schöne Überraschung. Grundsätzlich mag ich solche Bücher. Mir ist nur gerade nach dem letzten schwedischen Thriller eher nach Liebe als Totschlag zumute.
Warst du schon mal auf Neuwerk? Ich nicht. Stand lange auf meiner Liste, ist dann aber runtergeflogen, nachdem eine Freundin da war, die mich gut kennt, und es nicht lohnenswert fand. Außerdem setzt mein Mann seine zarten Füße nicht ins Watt und ich würde einen Weg gehen wollen …
Hab einen schönen Dienstag!
Obwohl es quasi vor meiner Haustür war, war ich nie dort. Ich bin nach dem Buch ein wenig neugierig, denn ruhig wird es dort sein, da bin ich sicher. Und ein bisschen verstehe ich auch deine zweite Hälfte, obwohl ich früher regelmäßig im Watt war.
Ich bin jetzt auch gerade bei Liebe und Harmonie und freue mich sehr darüber.
Ich wünsche dir einen schönen Tag
Nicole