
Rom, 23 Grad, Nicole läuft an ZARA vorbei: Und da hängt sie..
Mit diesem Beitrag, wie ich Kleidung kaufen gehe, erfülle ich heute den Wunsch von Brigitte, die mich gefragt hat, ob ich eine Spontankäuferin bin oder eben genau plane, was ich einkaufe.
Ich stelle diesen Beitrag deshalb als Outfit der Woche vor, weil ich damit zwei Dinge verbinden kann: Nämlich euch einen spontan geplanten Kauf zeigen, der hier im Hause für etwas Kontroverse gesorgt hat, und zeitgleich Brigittes Frage zu beantworten.

Kleidung kaufen- wie spontan bin ich? Oder doch eher planvoll?
Drehen wir die Uhr zurück nach Rom. Ich laufe an dem ZARA vorbei, als alle meine Modesynapsen in hellste Aufregung geraten: Da hängt sie, diese Bluse, die ihr hier im Beitrag seht. Und ganz ehrlich, es ist ja nicht so, dass ich keine Blusen besitzen würde.
Aber irgendwo in meinen Hirnwindungen hat wegen dieses Musters, Schnitt und der Knebelknöpfe etwas ausgesetzt. Jedenfalls bin ich direkt zum Eingang gestürmt und es war: Geschlossen. Neueröffnung am nächsten Tag.
Nun ja, wenn es geschlossen ist, dann kann ja auch niemand anderes an das gute Stück heran.

Am nächsten Tag
15 Minuten nach Öffnung des Geschäfts befand sich gefühlt ganz Rom und halb Europa in diesem Store. Das ist eigentlich etwas, was ich hasse. Weil ich gerne in Ruhe schaue. Wenn ich kämpfen wollte, würde ich mich ja zum Kampfsport anmelden. Da ich aber in der Nacht davor schon Outfits mit einer Bluse gebaut habe, die sich noch gar nicht in meinem Besitz befindet, beschloss ich, mich ins Getümmel zu stürzen. Ich erreichte den Platz der Bluse, die… AUSVERKAUFT war.
Mein normaler, gesunder Geisteszustand sagt mir in solchen Momenten, dass es dann wohl nicht sein sollte. Nur schwieg der Geisteszustand in diesem Moment beharrlich und ich verließ relativ atemlos das Geschäft.
Das wäre ein extrem spontaner Kauf gewesen.

Ich bin beim Thema Kleidung kaufen eher ein Mischmasch
Bevor wir gleich zur Fortsetzung der Geschichte kommen, beantworte ich einen ersten Teil der Frage. Ich gehe schon immer gerne bummeln, mir Kleidung ansehen, Inspiration bekommen, Stoffe fühlen, Kombinationen im Kopf bauen. Ich liebe das und bis heute ist eigentlich ungeklärt, warum ich beruflich nie etwas mit Mode gemacht habe.
Während ich diese Bummel früher einmal im Monat oder im Urlaub veranstaltet habe, hat sich der Rhythmus mittlerweile ein bisschen verschoben. Und ich gehe gerne auch mit meinem Mann shoppen, selbst, wenn ich allein auch mal ganz andere Sachen auf meinen Radar nehme, womit wir wieder bei der Bluse wären.
Aber eines ist diesen Bummeln gleich: Wenn mir etwas gut gefällt, ich das Gefühl habe, dass es zum Rest meiner Garderobe passt und das Budget es zulässt, dann kommt das eine oder andere Teil schon mit nach Hause.
Das ist spontan.

Welche Käufe plane ich?
Wenn etwas kaputtgeht oder die Jahreszeiten wechseln, dann schreibe ich mir eine ‚Müsste-haben-Liste‘ und eine Wunschliste. Die habe ich auch im Smartphone. Die Wunschliste wird von Teilen gebildet, die ich durch Inspiration bekomme oder eigene Gedanken dazu entwickelt habe, wobei das natürlich irgendwie auch immer ein bisschen zusammenhängt. Auf der anderen Liste stehen tatsächlich Dinge, die ich brauche.
Es gibt manchmal auch eine Vermischung der Listen, wie zum Beispiel bei meinen neuen Sneakern. Die habe ich mir gewünscht, am Ende sind sie jetzt aber der Ersatz für die erschöpfte Variante.
Ich gehe aber selten bis nie los, um Dinge bewusst zu kaufen. Das hat allerdings einen einfachen Grund: Oft finde ich dann nämlich genau das nicht.
Online oder offline?
Ich kaufe Kleidung mittlerweile sehr viel lieber offline, denn ich mag es, das gewünschte Teil vorher anzufassen, es auf dem Bügel zu sehen und auch die Farbe fast real wahrzunehmen. Zudem kann ich direkt eine andere Größe wählen, wenn etwas nicht passt.
Natürlich gibt es Dinge, die ich immer noch online kaufe und tatsächlich sind das eher die geplanten Dinge oder etwas, das ich unbedingt möchte, es haptisch aber nirgendwo finde. Und, das ist das verwirrende, es werden wohl auch mehr Schuhe dazukommen, denn echte Schuhgeschäfte sind ja mittlerweile Mangelware geworden. Besonders die in der mittleren Preisklasse.
So habe ich zum Beispiel meine Unterhemden tatsächlich online gekauft, weil ich sie im Laden so und zu dem Preis nicht finden konnte.

Jetzt kommt der geplante und mit Spannung erwartete spontane Kauf des letzten Monats
Mir ging die Bluse nicht aus dem Kopf. Also habe ich in Berlin auf der ZARA Webseite gestöbert und da habe ich sie gefunden. Sie sollte am Ku’damm nach der Information noch in zwei Größen verfügbar sein und das Synapsendilemma ging von vorne los. Ich habe mich also auf den Weg gemacht, um zu schauen, ob diese Fensterscheibenliebe Bestand haben könnte.
Nun, das Ergebnis seht ihr hier.

Was ich geplant kaufe
- Dinge, die ich ersetzen möchte, weil sie nicht mehr passen oder verschlissen sind
- Tägliche Bedarfskleidung wie Unterwäsche, Unterhemden, Socken, Jacken
- Wünsche aus meiner Liste
- Sehr häufig Schuhe
- Anlasskleidung
- Bikini oder Badeanzug
Was ich spontan kaufe
- Dinge, die ich beim Bummeln sehe und die mir direkt gefallen
- Kleidung, bei der ich weiß, dass sie vorhandenes toll ergänzt
- Schuhe, wenn ich welche finde, die mir gefallen
- Wenn ich eine tolle Jeans finde, die meine Kriterien erfüllt
- Blazer, wenn ich einen finde, der meinem Beuteschema entspricht
- Blusen, immer ;)

Warum ich Kleidung kaufen so gerne als ‚Event‘ sehe
Weil ich Mode sehr mag, ist Kleidung zu kaufen für mich nie lästig, es sei denn, ich suche wirklich etwas und finde es nicht. Ich mag es, mir die Sachen anzuschauen, oft auch die, die ich mir nicht leisten kann oder will. Wenn ich dann ein schönes Stück finde, was mir richtig gut gefällt und das dann auch noch perfekt in einem meiner Schränke Platz findet, dann macht mich das glücklich.
Was mein Mann zu der spontanen Bluse sagt
Ich glaube, er konnte es nicht fassen, dass ich, die, die sonst wirklich immer sehr clean unterwegs ist, so etwas leiden mag. Er hat Freude an meiner Freude, aber auf meine Frage, wie sie ihm gefällt, antwortet er:
Ich mag die Bluse, die Knöpfe nicht und ich hätte sie niemals für dich von einem Ständer geholt. Nun..
Mir gefällt die Bluse ausnahmslos gut. Ich hoffe, dass ich mit diesem Beitrag Brigittes Frage beantworten konnte. Wenn ihr Wünsche habt, sagt es mir gern.

Und ich habe zwei Fragen an euch: Besitzt ihr ein Kleidungsstück, dass ihr SOFORT haben musstet? Wie kauft ihr eure Kleidung und shoppt ihr gern?
Alles Liebe,
Eure Nicole






„Wenn mir etwas gut gefällt, ich das Gefühl habe, dass es zum Rest meiner Garderobe passt und das Budget es zulässt, dann kommt das eine oder andere Teil schon mit nach Hause.“
Genau deshalb gehe ich nicht einfach nur so Bummeln, wenn ich nichts brauche, weil ich dann nämlich nichts kaufen möchte. Eenn ich dann was Schönes sähe, brächte es mich unnötig in ein Dilemma. Auf Diät würde ja auch nicht in einem Eiscafe neue Sorten ansehen gehen, ohne sie zu kosten …
Wie ich Kleidung kaufe, weißt du – verblogge ich jährlich zum Jahreswechsel.
Das Schuhthema finde ich auch extrem lästig. Selbst der Sportschuhladen im bevorzugten Urlaubsort an der Ostsee schließt gerade und bei Sportschuhen stimmen die Größen selten überein mit anderen Modellen/Herstellern … Der Franchisegeber bzw. einige Lieferanten wollen so kleine Flächen nicht mehr … Da haben wir in den letzten Jahren wirklich viel gekauft für meinen Mann und mich, den wir haben hohen Verschleiß durch den Hund und das Nordic Walken an Sport- und Wanderschuhen und kaufen da hochpreisig ein. An uns liegt es sicher nicht, dass sich der Laden nicht lohnt.
Läden mit Lederschuhen, die keine Sneaker sind, in mittlerer Preisklasse gibt es bald vermutlich gar nicht mehr.
Ein Teil, das ich beim Bummeln – ich war offen für Spontanfunde und gut gelaunt am Hochzeitstag im Urlaub – spontan gekauft habe, ist meine blaue, weite Sommerjacke von 2025. Bei der war mir der Preis egal, die habe ich auf der Stange gesehen, angefasst, angezogen und war schockverliebt. Die Modemathematik wird am Ende aufgehen; ich trage sie oft. Ich bekomme zusätzlich oft Komplimente für sie und werde gefragt, wo es die gibt. Ist auch immer ein gutes Zeichen dafür, dass sie schön ist und mir gut steht.
Ich mag und mache übrigens kein Window-Shopping, denn ich hasse es, wenn es mir geht wie dir in Rom: Ich sehe was Tolles und der Zugang dazu ist verwehrt.
Viel Freude an der neuen Bluse mit Grüßen an deinen Mann wünscht dir
Ines