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Bin ich noch dieselbe – oder darf ich mich verändern?

Warum haben wir manchmal das Gefühl, uns erklären zu müssen, wenn wir nicht mehr so sind oder handeln wie früher?

Neulich habe ich mich selbst überrascht: Eine Veranstaltung, zu der wir jedes Jahr gerne gegangen sind, können wir in diesem Jahr nicht besuchen. Noch vor ein paar Jahren wäre ich zutiefst traurig darüber gewesen und es hätte mir Wochen nachgehangen, dass es nicht geklappt hat.

In diesem Jahr habe ich einen kurzen Moment geatmet und dann war es ok. Was wie eine Kleinigkeit klingt, ist dennoch eine Veränderung. In mir und mit mir. Kann ich mich verändern und dabei doch dieselbe bleiben?

Bin ich noch dieselbe?-Darf ich mich verändern?-Gedankenfluss-lifewithaglow

Veränderung und das Bild, was andere von uns haben

Die meisten Menschen kennen uns in bestimmten Rollen. Als die Zuverlässige, die sofort da ist und unterstützt. Als die Fröhliche, die immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hat und eine Situation entschärfen kann. Als diejenige, die jederzeit mit einem guten Rat hilft. Als jemand, der sofort losläuft, um bei einem Problem zu helfen. Oder als die Person, die schon immer Ja sagt und sei es noch so kurzfristig.

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Was passiert denn, wenn wir uns plötzlich entscheiden, nicht mehr immer präsent zu sein? Oder selbst einmal Aufheiterung brauchen?

Manchmal sind andere Menschen dann ganz schön überrascht und natürlich fällt als erster Satz: Du hast dich aber verändert! Ich finde es schön, wenn man dann antwortet: Ja, das stimmt. Trotzdem bin ich immer noch dieselbe und stolz darauf.

Wir müssen uns nicht dafür rechtfertigen, wenn wir plötzlich nicht mehr sofort Gewehr bei Fuß stehen, weil jemand unsere Unterstützung braucht. Wir müssen nicht immer sofort Ja sagen, nur weil wir diejenigen mit der meisten Zeit sind. Denn wir können trotzdem auch einmal keine Zeit – oder Lust – haben.

Natürlich sind wir in brenzligen Situationen immer noch bereit und da, wenn wir gebraucht werden, aber vielleicht wollen wir nicht, dass unsere Hilfsbereitschaft bei jeder Kleinigkeit sofort vorausgesetzt wird.

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Was sich verändert – und was bleibt

Für mich ist das kein Widerspruch. Ich kann mein Verhalten und manchmal auch meine Meinung verändern und trotzdem dieselbe bleiben.

Ich lebe weiter meine Werte, ich bin immer noch fröhlich, hilfsbereit und offen.

Und trotzdem kann ich auch einmal sehr konsequent Nein sagen, eine Verabredung absagen oder Dinge nicht mehr gerne machen. Dafür müssen wir uns auch nicht lange rechtfertigen oder uns erklären.

Ich kann noch offener sein im Umgang mit Menschen und dennoch sehr genau auswählen, wem ich meine Zeit schenke oder mit wem ich sie verbringe.

Natürlich höre ich gerne zu, telefoniere gerne, aber ich kann dennoch auch klar sagen, dass ich gerade keine Zeit (oder Lust) habe. Ich muss das nicht näher benennen.

Manchmal verändern sich Freundschaften, Interessen, unsere Wünsche und Emotionen. Wir setzen neue Grenzen.

Und dennoch bleiben unsere Empathie, unsere Art zu sein und zu lieben. Unser Humor und unser freundlich-fröhliches Wesen bekommen immer noch alle in unserem Umfeld zu spüren. Aber eben auch, wenn es einmal nicht so ist. Und wenn wir das offen miteinander kommunizieren, dann ist das ja auch gar nicht schlimm.

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Erlauben wir uns, nicht immer dieselbe sein zu müssen

Für Veränderungen muss man gar kein großes Rad drehen oder sie laut verkünden. Sie kann auch still sein und einfach stattfinden.

Ich brauche zum Beispiel bei all meiner Geselligkeit und Power viel Ruhe. Früher habe ich das oft im Stillen versucht zu regeln. Auch weil ich dachte, dass es albern sei.

Heute sage ich klar und offen, wenn ich das Gefühl habe, dass ich mich zurückziehen muss. Früher haben mich Bemerkungen wie ‚Warum muss das denn gerade jetzt sein?‘ oder ‚Es ist doch gar nicht so viel los‘ durchaus gestört und zum Nachdenken gebracht. Heute kürze ich solche Diskussionen ab. Ich sage dann klar, dass das jetzt mein Bedürfnis ist und ich ihm nachkommen möchte.

Ich gestehe anderen Menschen dieselben Bedürfnisse zu. Warum sollte ich bei mir selbst Abstriche machen müssen oder wollen?

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Ich bin immer noch ich. Nur manchmal ein bisschen anders.

Wir müssen nicht jede Veränderung großartig in Worte fassen. Wir brauchen auch keine neue Erkenntnis, ein neues Etikett oder noch mehr Optimierung.

Wir dürfen einfach lernen, üben, uns anpassen oder unseren eigenen Weg gehen, uns überraschen lassen oder konkret planen. Solange wir dabei wir selbst bleiben und uns mit uns wohlfühlen.

Darf ich heute anders sein als gestern? Aber ja! Wenn es sich für mich richtig anfühlt.

Bin ich noch dieselbe?-Darf ich mich verändern?-Gedankenfluss-lifewithaglow

Wie ist das bei dir? Was machst du heute anders oder nicht mehr, was vor ein paar Jahren undenkbar war?

Alles Liebe,

eure Nicole

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