Neues Leben Umzug
Leben,  Kolumne

Ein neues Leben aus 102 Kartons und los geht’s

Ein neues Leben? Ja, nach 50 Jahren (also ich, der Mann länger;) ..) an einem Ort haben wir beschlossen, uns noch einmal komplett zu verändern.

Wir haben unser Haus und unseren Heimatort verlassen. Sicher fragt ihr euch, warum das so ist.

Warum beginnen wir gerade jetzt ein neues Leben?

Mein Mann pendelt seit nunmehr 20 Jahren jeden Tag, davor auch schon, aber eher unregelmäßig. Da er sehr unregelmäßige Arbeitszeiten hat, ging uns hier immer viel (Lebens) Zeit verloren.

Aber wir hatten ein schönes Haus, die Kinder ihre Schule dort und ich meinen Job, für den es sich nicht gelohnt hätte zu pendeln. Somit war lange alles gut. Nun sind zwei der drei Kinder (wenn man von Corona Zeiten absieht) ausgezogen, das dritte aufgrund von Sport im Teilzeitinternat und zwei Jahre vom Schulabschluss entfernt.

Warum ich Freunde nicht erwähne? Die können wir bei der Distanz gut mitnehmen ;).

Deshalb haben wir uns gedacht, wir fangen langsam an, uns nach einer Bleibe am Arbeitsort des Mannes umzusehen. Zumal wir die Stadt auch lebenswerter finden. Sorry, Heimatstadt. Dachten wir doch, das mit der Wohnung würde dauern. Ja, das dachten wir…

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Neues Leben- das kann schneller gehen als gedacht

Also haben wir uns, ohne große Erwartungen, bei einem Makler angemeldet und gedacht, wir sondieren mal die Lage. Soweit, so gut.

Aber so, wie es das häufig bei uns ist, wird eine lockere Absicht zur schnellen Wirklichkeit. Ruckzuck fanden wir eine Wohnung, deren Beschreibung und Lage uns direkt ansprach. Die war es dann aber nicht und wir lehnten uns zurück. Wir mussten ja nicht.

Dann aber fanden wir über unseren Makler DIE Wohnung. Wir beide, vor der Wohnungsbesichtigung: Wir müssen uns aber verlieben, sonst nicht.

Na ja, die Geschichte ist flugs erzählt: Wir waren in der ersten Sekunde verliebt! Aber eigentlich zwei Jahre zu früh. Also wurde der Familienrat einberufen und getagt.

Das Ergebnis könnt ihr dann ja der Überschrift entnehmen, grins.

Dann ging es los- Vorbereitungen für den Start in ein neues Leben

Unser Haus hatte einen Keller und wir drei Kinder. Eigentlich muss ich über die Menge unserer Dinge nicht mehr viel erzählen, oder? Aber: Mir fiel die Trennung schwer. Meinen Kleiderschrank auszumisten hatte ich ja schon begonnen, aber es musste nun schneller gehen. Also rigoros mit Hilfe des ‘Das kann weg’ Mannes entsorgt- ich würde heute noch mit Tränen in den Augen da stehen, jetzt bin ich quasi nackt ;). Kinderspielzeug, Bücher, Kram. Wir haben gespendet (Kleidung und Spielzeug), verkauft (Bücher, Sportgeräte) und weggeworfen. Wie viel Zeit der Mann in der Warteschlange unserer Müllverbrennungsanlage verbracht hat und die Mitarbeiter fast persönlich kannte- puh.

Planung und packen

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Dann haben wir geplant: Was muss in der Wohnung gemacht werden? (Nicht viel zum Glück!), wie viele Kartons benötigen wir?

Dann ging die Packerei für das neue Leben los. Ich sage euch, den Geruch von Pappkartons muss es nicht als Parfum geben. Wir haben aber auch hier schon massiv aussortiert und entsorgt. Zum einen, weil wir weniger Platz haben, zum anderen, weil es auch mal wieder nötig war.

Zwischendurch natürlich immer wieder der Gedanke: Machen wir das richtig? Klappt alles? Unser letzter Umzug war 19 Jahre und viele Sachen weniger her.

Kurz vorm Ziel ein Hänger

Ich bin immer so: Kurz vorm Ziel kommen die Zweifel oder: Ich kann nicht mehr. So auch diesmal. Ein neues Leben? Puh. Das ist so ein Ding bei mir: Ich möchte etwas, ich organisiere und plane und dann… Puff- kurz ist die Luft raus.

Es ist dann aber so, dass ich mich relativ schnell wieder fange und weitergehe. Wie ist das bei euch?

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Dann geht’s los: Umzug in ein neues Leben

Dann war er da, der Tag unseres Umzugs. Der Umzugsunternehmer war klasse: schnell, nett, hilfreich. Wir waren sehr froh, dass wir diese netten Menschen um uns hatten. Ich sowieso, denn ich brauchte mal wieder ein Zuhause.

Nachdem hier alles abgeliefert war, haben wir mit Verve angefangen, alles auszuräumen, sauber zu machen und uns ein Zuhause zu schaffen.

102 Kartons später- angekommen und zuhause

Wir waren schnell- sehr schnell. Und jetzt sind wir hier und ich vermisse: Nichts! Ein bisschen fühlt es sich noch wie Urlaub an. Aber wie Urlaub zuhause, was ja in diesem Jahr auch so sein wird.

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Bereut habe ich nichts. Ich bin froh, dass wir jetzt diesen Schritt gewagt haben und nun in eine neue Zeit und unser neues Leben starten.

Es fühlt sich so gut an.

Wie ist das bei euch? Wohnt ihr schon immer da, wo ihr wohnt?

Give your life a glow and love your home,

Nicole

8 Comments

  • Nicole Kirchdorfer

    Das ist ja ein Ding….genau das haben wir letztes Jahr gemacht.
    Ich weiß ja nicht, wie weit Deine alte Heimat entfernt ist…meine ist 200 km weg und damit verbunden mein bester Freund. Den vermisse ich sehr.
    Der Rest ist fein, wobei Corona es schwer gemacht hat neue soziale Kontakte zu knüpfen…

    Ich wünsche Euch viel Glück in den neuen Gefilden!

    • Nicole

      Liebe Nicole!
      Danke dir für deine guten Wünsche! Bei uns sind es ‘nur’60 km. Das ist im Prinzip zu schaffen. 200 km klingt da schon anders und das mit dem besten Freund ist blöd. Aber zumindest gibt es ja FaceTime oder ähnliches. Ich weiß, das ist nicht dasselbe, aber besser als eine Postkutsche. Und 200km ab und an gehen auch.
      Schön, dass es dir sonst auch so gut gefällt.
      Und die neuen Kontakte kommen, da bin ich mir bei dir ganz sicher.
      Liebe Grüße
      Nicole

  • Petra Radloff

    Liebe Nicole, welch ein großer und mutiger Schritt nach 20 Jahren umzuziehen und dann noch vom Haus mit Garten in eine Wohnung – in die Stadt 😉 Ich bin zum Studium Mit 19 vom Dorf/Kleinstadt nach Hannover gezogen und dort bis zum 39 Lebensjahr gewohnt ( 2 mal dort umgezogen – mit wenig Klimbim) . Dann war mir irgendwann klar , ich bin kein Großstadtmenschen – ich will zurück aufs Land . Daher sind wir zurück in die Region wo ich aufgewachsen bin . Wenn ich jetzt umziehen müsste …. würde ich verzweifeln bei dem was sich alles so angesammelt hat :-/ Mein Mann entrümpelt schon regelmäßig den Keller – ich schau besser nicht hin, sonst stell ich alles wieder ins Regal :-))) Meine bessere Hälfte sagt immer : was du 2 Jahre nicht benutzt hast kann weg ! Gerade in diesem Jahr hätte ich gern das tolle Sitzkissen gehabt, was ich vor 5 Jahten mal für die Holztreppe draußen gekauft hab (Nur einen Sommer benutzt hab und dann vergessen ! im Keller ) … aber das ist nun weg 🙂 Ich wünsche Dir /euch einen guten Start in eurem neuen Zuhause- dass es sich schnell anfühlt wie angekommen, zu Hause zu sein. Und das die Stadt euch das bietet was ihr euch vorstellt. Wohin hat es euch denn gezogen ?
    Hab einen schönen sonnigen Tag – liebe Grüße Petra

    • Nicole

      Liebe Petra,
      was für ein schöner Kommentar und Danke für deine lieben Wünsche. Mir manifestiert sich der Gedanke, dass Männer doch ähnlich sind: Hier ist es auch so ;). Aber das kann ja auch, vom Sitzkissen abgesehen, ganz schön sein.
      Wir sind jetzt in Bremen. Und ja, der Schritt war groß, aber bisher fühlt es sich sehr gut an. Deine Verzweiflung, die du fühlen würdest, habe ich auch gespürt, aber hinterher war es ganz ok 😉
      Ich wünsche dir auch einen feinen Tag und sende dir liebe Grüße
      Bis bald,
      Nicole

  • Wonderful Fifty

    Liebe Nicole, nach ein paar kleinen Andeutungen auf Instagram war ich schon sehr gespannt, was sich da in deinem Leben so nebenbei so tut, und bei deiner Überschrift war es gleich mal klar, dass es sich um einen Umzug handelt. Ich kann mir gut vorstellen, mit welch unterschiedlichen Gefühlen so ein Umzug nach so vielen Jahren verbunden, dazu natürlich auch noch die Trennung von vielen Dingen. Aber es ist eben auch der richtige Moment, mal wieder alles durchzusortieren, vor allem der Keller und der Dachboden sind ja so Bereiche, wo sich gerne Unmengen an Dingen ansammeln und solange ausreichend Platz ist, wird auch selten ausgemistet – aber wenn du noch nichts vermisst, dann hast du wohl alles richtig gemacht. Ich freue mich für dich, dass ihr für euch die perfekte Wohnung gefunden habt, auch wenn es schlussendlich schneller gegangen ist als ursprünglich vorgesehen. Eine Kombination aus Urlaub und Zuhause, das ist doch wunderbar und ich wünsche dir alles Gute für dein neues Leben und hoffe, dass wir daran ein wenig teilhaben dürfen.
    Hab einen ganz wunderbaren Tag und alles Liebe

    • Nicole

      Liebe Gesa,
      Ja, im Grunde war das Aussortieren genauso wichtig, wie du es beschreibst. Denn es ist tatsächlich so: Das, was man nicht braucht, wird selten weggeworfen, sondern in den Keller geräumt. Und da wohnt es dann.. Bei einigen Dingen wusste ich gar nicht mehr, dass sie noch existieren. Die Gefühlsachterbahn war schon massiv- aber es macht ja auch was mit dir.
      Ich hoffe, dass uns das KombigefühlUrlaub-Zuhause noch lange erhalten bleibt.
      Vielen dank für deinen schönen Kommentar, ich freue mich immer sehr, von dir zu hören.
      Hab einen ganz sonnigen Tag und liebe Grüße
      Nicole

  • Sonni

    Liebe Nicole!
    Ich finde es mutig und aufregend, nach so langer Zeit im eine andere Stadt zu ziehen. Ich kann mir vorstellen, dass es schmerzhaft war, sich von Dingen zu trennen, die mit Erinnerungen verbunden sind. Gut, dass es Männer gibt 😉 Ich wünsche euch eine schöne Zeit im neuen Zuhause ! Sonni

    • Nicole

      Liebe Sonni,
      vielen Dank für deine lieben Worte.
      Ja, es ist ein Schritt-definitv. Aber es bewegt auch viel.
      Danke für deine lieben Wünsche und hab einen schönen Tag.
      Liebe Grüße
      Nicole

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