Ein verheißenes Land- mein Date mit Barack

Als ich die ersten Textauszüge aus Ein verheißenes Land von Barack Obama gelesen hatte, war mir klar, dass ich das Buch unbedingt lesen möchte. Da es aber gebunden und nicht ganz günstig war, habe ich gezögert.

Offenbar hat mir aber hier jemand sehr genau zugehört, sodass der Nikolaus es mir gebracht hat.

Normalerweise findet ihr in meinen Buchtipps immer mehrere Bücher vor, aber dieses Buch ist sehr intensiv und liest sich nicht ‘einfach so weg’. Deshalb ist es ein Buchtipp im Januar. Okay, vielleicht zwei, weil Michelle weiter unten auch Erwähnung findet.

Ein verheißenes Land- Lektüre der neuen amerikanischen Geschichte. Vom 44. Präsidenten

Ein verheißenes Land ist ein ganz schöner Schinken

Das Buch hat Gewicht. Zunächst einmal eine Menge an Eigengewicht. Aber auch erzählerisch ist es sehr gewichtig. Denn es gibt tiefe und sehr interessante Einblicke in die moderne amerikanische Geschichte, zeigt Rückschauen, ordnet Gedanken und klärt auch auf.

Er hat lange daran geschrieben- 4 Jahre

Laut eigenem Bekenntnis hat Barack Obama vier Jahre an dem Buch geschrieben, und es ist erst der erste Teil seiner Präsidentschaft. Ich mag die Sprache, in der er erzählt. Sie ist klar, verständlich und dennoch geht das Buch in die Tiefe.

Ein verheißenes Land* ist ein Blick auf ein Amerika, wie es freier und dennoch manchmal engstirniger es nicht sein kann. Wie es fortschrittlich und doch auch rückschrittlich agiert. Barack Obama erzählt von seinem Amerika, seinen Idealen und in jeder Zeile wird deutlich, wie sehr er dieses Land liebt und an das Land glaubt. Was er diesem Land geben wollte und immer noch geben will.

Ein verheißenes Land- Potus erzählt aus dem Nähkästchen

Der Weg zum Präsidenten

Barack Obama erzählt aus seiner Kindheit, wie er aufgewachsen ist, welche Ideale ihm beigebracht wurden. Wir sind dabei, wie er Michelle kennenlernt, wie sie ihren Weg gehen. Auch zeigt er auf, dass es nicht immer einfach war, seine Frau von seinen Plänen zu überzeugen und dass Politik ein nicht einfaches Business ist. Er erzählt von Vorurteilen, Träumen und Ethnien.

In der Anfangsphase, was seine Ehe und die Kinder betrifft, war ich durch das Buch Michelle Obamas Becoming* schon ‘eingeweiht’. Hier ähneln sich die beiden sehr.

Das Buch zeigt bei aller Historie und allen Entscheidungen auch auf, wie wichtig es ist, dass Partner ihren Weg gemeinsam gehen. Auch wenn sie bekennend die Politik nicht mag, so hat Michelle Obama wohl immer gewusst, dass das sein Ding ist und er das machen muss. Und ist somit mit ihm gegangen und hat ihn unterstützt und kritisiert. Und aufgefangen.

Ein bisschen Märchen, Ideologie und Träume

Barack Obama entwickelt früh eine Vorstellung davon, was Amerika sein sollte und durch sein Engagement in der Politik verfolgt er diese Vorstellungen früh. Zunächst wollte er aber nicht Präsident werden. Er betreibt hervorragendes Networking, steigt immer weiter auf. Schneller als gedacht wird die Präsidentschaftsfrage an ihn herangetragen.

Nach eingehendem Grübeln und Beratungen entscheidet er sich dafür. Und wird nun mit allem konfrontiert, was die politische Bandbreite zu bieten hat. Er erzählt immer wieder voller Zuneigung von seinem Team, das mit ihm alle Leidenschaften gelebt und erlebt hat.

Was mir von Anfang an gefallen hat: Er wirkt sehr nahbar, versucht an den Menschen zu sein und zu vermitteln. Mein Eindruck ist, dass Empathie ein wesentlicher Grund für seinen Antrieb darstellte. Dabei gibt er nie den Gedanken an eine bessere Welt auf. Er holt sich immer Rat, weiß zu schätzen, wenn andere mehr wissen.

Eine verheißenes Land ist die interessante Geschichte eines amerikanischen Präsidenten

Plötzlich Präsident- und nun?

Dann ist es soweit: Er gewinnt tatsächlich die Wahl und zieht ins Weiße Haus ein. Ich gewinne den Eindruck, dass er sich große Mühe geben möchte, er selbst zu bleiben, den Kindern etwas Normalität zu bewahren. Was nicht einfach ist, wenn ihr im Buch lest, dass ganze Straßen geräumt werden, wenn er ‘nur’ ein Eis essen geht. Wie die Verabredungen der Mädchen organisiert werden müssen.

Barack Obama übernimmt sein Land zu Zeiten der größten Finanzkrise und beschreibt das alles sehr anschaulich und ich habe mich gewundert, mit welcher Energie er sich da durchgekämpft hat.

Denn plötzlich bist du Präsident aller Amerikaner, musst Scherben deines Vorgängers zusammenkleben, eigene Wahlversprechen einlösen, du selbst bleiben, verschiedene Interessen zusammenbringen. Ein sicher toller, aber nicht einfacher Job.

Ein verheißenes Land beschreibt sehr eindrucksvoll das Hineinwachsen in die Aufgabe, dass er nie aufgeben wollte und wie er Idealismus und Realität zusammenzubringen versucht.

Ein verheißenes Land ist ein tolles Buch

Das Buch hat mich fasziniert und gefesselt. Zum einen, weil es das Leben eines Präsidenten erzählt, der ja für einen Präsidenten sehr jung war. Er nimmt uns mit bei Entscheidungen, Entscheidungsfindungen und zeigt auf, dass viele Probleme der letzten vier Jahre sich bereits während seiner Präsidentschaft angedeutet und befeuert haben.

Es ist erst der erste Teil und ich hoffe, dass der zweite Teil nicht vier Jahre bis zur Veröffentlichung dauert. Ich möchte es definitiv mit dem Attribut Buchtipp versehen, denn ich fand es faszinierend und spannend. Und er vertritt meine Einstellung zur Demokratie.

Ein verheißenes Land- Wie Barack Obama seinen American Dream erfüllte
Quelle: Klappentext: Ein verheißenes Land von Barack Obama

Das Einzige, woran ich mich dieser Tage gewöhnen musste beim Lesen, war die Erwähnung Joe Bidens. Im Kopf ploppte immer der Gedanke auf: Der ist doch Präsident? Aber auch das war noch einmal wieder interessant, sich in Erinnerung zu rufen, wer schon lange ‘mitspielt’ und wie.

Ja, ich bin sehr gespannt auf Teil 2.

Mögt ihr solche Bücher? Konnte ich euch ein bisschen mitnehmen? Lest ihr gerne Biografien?

Give your life a glow,

Eure Nicole

Werbung: Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis jedoch nicht.

14 Kommentare

  1. Das sieht nach “schwerer” Lektüre aus, aber bestimmt sehr interessant. Ich mochte Obama als Präsidenten. Zumindest war er mir sehr sympathisch. Vielleicht wird das irgendwann einmal verfilmt. Ich bin ja nicht so die Leseratte, was die dicken Wälzer betrifft 🙂

    Liebe Grüße Sabine

    • Liebe Sabine,
      dann drücke ich dir die Daumen, dass es das Ganze als Film gibt. Oder du dich überwindest ;).
      Er war auch ein besonderer Präsident. Das macht das Buch auch noch einmal deutlich.
      Ein schönes Wochenende und liebe Grüße
      Nicole

  2. Liebe Nicole, es freut mich, dass du uns dieses Buch hier vorstellst. Ich lese ja eigentlich ganz selten mal eine Biografie und wenn ich jetzt so überlege, habe ich bisher überhaupt erst zwei Stück gelesen. Außerdem bin ich auch immer gerne etwas skeptisch, wenn ein Buch sehr durch die Medien getragen und von vielen Seiten gehypt wird. Daher finde ich es toll, von dir diese objektive Beschreibung zu lesen und mir somit ein besseres Bild von diesem Buch machen zu können. Du nimmst mich so richtig mit und lässt mich schon ein bisschen in die Geschichte eintauchen. Und ja, das Buch spricht mich dabei absolut an – ich bin jetzt noch am Überleben, in welcher Form es bei mir einziehen soll.
    Hab einen ganz wunderbaren Abend und alles Liebe Gesa

    • Liebe Gesa,
      Ich freue mich, dass ich dich mitnehmen konnte. Das Buch ist wirklich besonders. Aber: Es ist erst Teil 1! Es folgt also noch etwas. Da du, so glaube ich zu wissen, E Reader magst, würde ich es in der Form nehmen. Denn es ist wirklich schwer.
      Alles Liebe
      Nicole

  3. Ich liebe Biografien, vor allem von Politiker:inne:n. Die ermöglichen es, mal hinter die Kulissen dessen zu gucken, was wir sonst sehen. Die Biografie, die mich bisher am meisten beeindruckte, ist ganz unscheinbar und stammte von Jehan Sadat.

    Ein verheißenes Land möchte ich definitiv lesen, aber ich schätze, ich nehme das E-Book…
    Liebe Grüße
    Fran

    • Liebe Fran,
      Mittlerweile mag ich Biografien auch. Vor allem, wenn sie lebendig und/oder außergewöhnlich sind. Wenn man E-Books mag, ist es bei dem Gewicht eine gute Idee. 😉
      Hab einen schönen Tag
      Liebe Grüße
      Nicole

  4. Michelles Buch habe ich mit viel Anteilnahme gelesen und sicher ist das von Barack auch absolut lesenswert. Mich hält auch das Gewicht etwas ab. Zunehmend merke ich, dass mir so schwere Bücher nicht gut tun in den Händen und Armen… Ja, schwere Lektüre :-).

    Bei ihm ist ja nun unser Wissen um die Zwischenpräsidentschaft von T. und nun von Biden, da sieht man dann ja nochmals alles mit anderen Augen. Ich weiß noch wie Michelle geschrieben hat, dass sie sich bei der Inauguration von T. etwas erlaubt hat, was sie sich sonst nie erlaubt hat: Sie hat nicht gelächelt.

    Auf jeden Fall hast Du das Buch sehr anregend beschrieben und es wird sicher in der nächsten Zeit bei uns zuhause einziehen. Ich mag Biografien generell sehr, man kann immer etwas daraus für das eigene Leben lernen.
    Danke fürs Vorstellen sagt herzlich,
    Sieglinde

    • Liebe Sieglinde,
      ja, gerade so geschichtlich nahe Biografien haben einen besonderen Reiz finde ich. Ich mag generell keine ‘unbequemen’ Bücher- das strengt an, da hast du Recht. Aber in seinem Fall lohnt sich die Ausnahme, denn ich lese bisher keine E-Books (teile meist mit meinem Mann, außer der Frauenliteratur).
      Freu dich auf deinen neuen Mitbewohner und einen schönen Mittwoch.
      Liebe Grüße
      Nicole

  5. Danke für die Vorstellung, die mich noch mehr darin bestärkt, das Buch lesen zu wollen. Ich habe es im Dezember verschenkt und warte darauf, es ausleihen zu können. Wobei mich die tonnenschwere Darreichungsform mit dem Gewicht und der kleinen Schrift schon abschreckt. Vielleicht warte ich auch, bis das E-Book im Preis deutlich gesunken ist, und lese lieber das. Das wäre mir deutlich angenehmer.

    Das Buch von Michelle hat mir auch schon sehr gefallen. Gerade die Alltagssituationen wie das Eis oder die Dates der Kinder zeigen viel über die Gedamtumstände, in denen die ganze Familie auf einmal lebte.

    • Liebe Ines,
      die tonnenschwere Darreichungsform ist in der Tat heftig und es klingt auch blöd, aber deshlab habe ich es oft zur Seite gelegt. Aber es ist auch die Darreichungsform von Historie, die mir gefällt. Ich drücke dir die Daumen, dass der Beschenkte bald fertig ist.
      Liebe Grüße
      Nicole

  6. Guten Morgen Nicole,
    mich hast Du mitgenommen, ich komme mir vor, als hätte ich, zumindest ein paar Seiten, schon selbst gelesen. Ich mag Biographien und dieses Buch steht definitiv auf meiner Liste.
    Ich weiß noch genau, wo ich am Wochenende vor seiner Wahl in München in einem Restaurant gesessen habe und zufällig eine Freundin, mit amerikanischen Pass, reinkam und das Thema des Abends war dann klar. So viel Hoffnung und Vorfreude und Verheißung lagen über den Gesprächen, es war fast, als würden wie alle Fähnchen schwenkend am Tisch sitzen.
    Liebe Grüße und schönen Mittwoch
    Sigi

    • Liebe Sigi,
      es ist, auch im Rückblick, wirklich auch eine besondere Präsidentschaft. Und wenn man im Buch diesen Wahlenthusiasmus liest, dann weiß ich genau, wie du imaginär das Fähnchen geschwenkt hast. Viel Freude beim Lesen.
      Liebe Grüße,
      Nicole

Comments are closed.