Kolumne,  Gedanken

Fastenzeit 2021 auch – wie bitte?

Heute ist Aschermittwoch. Das bedeutet nicht nur das Ende der Karnevalssaison, die ja in diesem Jahr nicht wirklich stattfand. Es bedeutet aber auch den Anfang der Fastenzeit 2021.

Normalerweise dauert die Fastenzeit 40 Tage, also in diesem Jahr bis zum 03. April. In diesen 40 Tagen können wir uns vornehmen, auf bestimmte Dinge zu verzichten. Verzicht? Bitte? Jetzt?

Dauert unsere Fastenzeit 2021 nicht schon gefühlt ewig?

Fastenzeit 2021- geht das überhaupt bei all den Entbehrungen

Seit Monaten keine Restaurantbesuche, keine Feiern, kein Ausgehen, kein Shopping. Da mutet es doch komisch an, dass ich auch noch über die Fastenzeit schreibe.

Am Wochenende hatte unsere Tochter Geburtstag und auch da war in diesem Jahr schon Fasten angesagt. Normalerweise kommt sie nach Hause und wir feiern mit ihren Paten. Normalerweise.

Warum ich über die Fastenzeit schreibe

In diesem Jahr ist sie mitten in der Klausurenphase, was auch ein Grund war, dass sie nicht kommen konnte. Wir sind dann zu ihr gefahren und haben dort ein Frühstück veranstaltet und einen langen Spaziergang im wunderbaren Winter unternommen.

Dabei kommen wir immer ins Reden(zum Glück!) und dabei dann vom Hölzchen aufs Stöckchen, wir reden über den Tag ihrer Geburt, über lustige und schöne Dinge, als sie klein war. Und in diesem Jahr kam dann auch das Thema Fastenzeit auf die Plauschliste.

Unsere Kinder waren in einem konfessionellen Kindergarten und der Erzieher hat immer in der Gruppe eine Fastenzeit veranstaltet. Die Kinder verzichteten auf eine bestimmte Süßigkeit oder ein Spielzeug. Das kam manchmal dann schon zu der einen oder anderen Diskussion, weil die mutig gefassten Entscheidungen doch 40 Tage (lang) dauerten. Und nicht nur 40 Stunden.

Fastenzeit 2021- was ich fasten möchte und was nicht

Und da haben wir also an diesem Tag darüber gesprochen, ob es in diesem Jahr überhaupt Sinn macht zu fasten, denn gefühlt fasten wir ja seit 11 Monaten, wenn wir an die Einschränkungen denken. Und auch, was uns abwegig vorkommt im Augenblick.

Fastenzeit 2021- wie könnte die aussehen?

Ich habe diesen Gedanken also mit nach Hause genommen und darüber nachgedacht, wie diese Zeit wohl aussehen könnte.

Mein Mann und ich haben Anfang des Jahres beschlossen, für einen bestimmten Zeitraum keinen Alkohol zu trinken (kein Vorsatz, kein Fasten, ein Plan), was wir nur für bestimmte Gelegenheiten unterbrechen möchten. Auf Lebensmittel verzichten möchte ich nicht. Kein Zucker oder dergleichen fiele mir schwer.

Ich könnte Sport fasten, wenn ich welchen machen würde…

Alles andere ist zur Zeit eh eingeschränkt. Damit wäre das Thema also eigentlich erledigt. Eigentlich.

Dann dachte ich an Gedankenfasten

Klar, es gibt trotzdem so einiges, wo man fasten könnte. Aber ich habe dann für mich gedacht, dass ich vielleicht mal einen Geistesdetox mache. Das ist zwar nicht wirkliches Fasten, aber ein wenig Aufräumen im Oberstübchen kann ja mal nicht schaden.

Ich lese im Moment sehr häufig, und das ist sehr verständlich, dass alle müde ob der Maßnahmen sind. Phasenweise geht es mir auch so, allerdings sehe ich auch, dass es scheinbar derzeit nur so möglich ist, den ganzen Kram einzudämmen.

Deshalb nehme ich mir vor:

  • Ich denke zwar daran, was alles wiederkommt- aber ich versuche geduldig zu bleiben bleibe geduldig.
  • Ich investiere wieder mehr Zeit in mein Vertrauen, anstelle mir Sorgen zu machen (ja, ich kann das gut, meist unnötig, wer kennt es?)
  • Ich überlege, was ich gerne aus dieser Zeit mitnehmen möchte
  • und was nicht
  • Ich freue mich an den kleinen Dingen, die auch mal groß sein können
  • Ich nehme mir bewusst Zeit für ruhige Momente
  • Ich achte noch mehr darauf, was mir guttut
  • und was eben nicht (sowohl bei Menschen als auch im restlichen Leben)
Fastenzeit 2021- was fastet ihr?

Was ich auf jeden Fall fasten werde, sind weiterhin zu viele schlechte oder schlecht gemachte Nachrichten. Ich habe neulich in einer Zeitung, die ich mal sehr mochte, so viel Negatives bzw. Destruktives auf einmal gelesen, dass ich mich direkt geärgert habe.

Und Menschen, die mich negativ denken lassen, die faste ich auch (weiter). Ich fühle ja immer sehr intensiv und da kommt es schon vor, dass mich so etwas runterzieht oder mir nachhängt. Auch wenn der Verstand weiß, dass es anders geht, ist das Herz dann sehr involviert.

Fastenzeit muss nicht nur Fasten sein

Fastenzeit 2021- kann auch eine Besinnung sein

Deshalb habe ich beschlossen, dass Fasten nicht unbedingt Verzicht bedeuten muss in diesem Jahr. Wir wandeln es einfach in Besinnung um, was haltet ihr davon?

Und jetzt möchte ich gerne wissen: Wie ist das bei euch? Fastet ihr? Habt ihr schon gefastet? Wie? Was macht das mit euch?

Give your life a glow,

Eure Nicole

26 Comments

  • Bianca Stäglich

    Liebe Nicole,

    ich habe mir ehrlich gesagt noch nie so richtig Gedanken bezgl. Fasten gemacht. Jedes Jahr im Januar verzichten wir auf Alkohol. Dann habe ich dieses angefangen von Montag bis Donnerstag am Abend auf Kohlehydrate zu verzichten. Also alles im Maß und den Zeitpunkt wo ich auf etwas verzichte bestimme ich und nicht der Aschermittwoch 😉

    Ich sende dir tolle Grüße aus dem stilfrage Headquarter

    Bianca

    • Nicole

      Liebe Bianca,
      Das mit den Kohlehydraten finde ich sehr diszipliniert. Das würde mir schwer fallen.
      Ich schicke dir liebste Grüße ins Headquarter und hab einen schönen Tag.
      Nicole

  • Sabine Gimm

    Das traditionelle Fasten kennen wir bei uns hoch im Norden nicht so. Aber die Idee des Gedankenfastens finde ich gar nicht schlecht. Man kann ja kaum noch den Fernseher einschalten, ohne Pandemie, Corona, Fallzahlen, Inzidenzwert, etc. zu hören und fürchterliche Bilder eingeblendet zu bekommen. Die müssen langsam mal aus meinem Kopf.

    Liebe Grüße Sabine

  • Wonderful Fifty

    Liebe Nicole, ich finde es einen ganz wunderbaren Beitrag in dieser Zeit, denn auch wenn die Einschränkungen andauern, wenn wir von einem Leben, wie wir es vor einem Jahr gewohnt waren, sicher noch entfernt sind, dann geht es uns trotzdem noch gut. Der erste Gedanke beim Fasten geht wohl bei den Meisten an das Essen oder an den Glauben. Aber ich bin da ganz bei dir – es kann auch auf anderen Bereichen gefastet werden und das trägt sehr viel zu unserem Wohlbefinden bei. Ich bereite schon seit einigen Jahren das Nachrichtenfasten, obwohl das auch immer mal gerne kritisiert wird. Aber ich habe bisher nichts Wesentliches verpasst und es ist wohl nicht wichtig, zurzeit jeden Tag die aktuellen Fallzahlen für Corona zu wissen oder was in welchem Teil der Welt für Regelungen getroffen werden. Alles, was mich betrifft, kann ich jederzeit bei Bedarf nachlesen, aber ansonsten will ich mich nicht ständig mit diesen eigentlich fast immer negativen Nachrichten belasten und das tut mir wirklich gut. Ich habe voriges Jahr einen Beitrag zum Meckerfasten geschrieben, dabei geht es darum, nicht ständig rumzusudern und rumzujammern – eine typische Eigenschaft unter anderem der Wiener. Übrigens, was für ein cooles Wort ist denn bitte Sportfasten, da bin ich doch gleich dabei – denn hier geht es mir ohnehin ähnlich wie dir, da ich sowieso meistens sportabstinent lebe 😉
    Hab einen wunderbaren Abend und alles Liebe Gesa

    • Nicole

      Liebe Gesa,
      Meckerfasten ist aber auch eine sehr coole Wortschöpfung. U ne bei den Nachrichten bin ich bei dir- Ich mag fundierte Informationen, aber manchmal ist es zu viel..
      Wobei mich vieles interessiert, auch wie in anderen Ländern Dinge gehandhabt werden. Aber ich gebe dir Recht: Ich kann mir dann suchen, was ich benötige.
      Ich wünsche dir einen schönen Abend.
      Liebste Grüße
      Nicole

  • Karen

    Liebe Nicole,

    Dein Text hat mich dazu angeregt über diese Zeit nachzudenken. Ja, Besinnung passt mir auch besser. Sportverzicht kann ich meinen Mitmenschen nicht antun 😉. Ich werde dann unleidlich, vermutlich würde ich heute als ADHS-Kind aussortiert.

    Ich habe mir vorgenommen in diesen Wochen bis Ostern keine online Bestellungen zu machen. Wenn ich wirklich etwas benötige eher vor Ort versuchen dieses zu bekommen. Das geht schon in Richtung Klimafasten, was in Niedersachsen von der Kirche ausgerufen wurde. Finde ich eine sehr gute Idee. Auch da geht es um Anregungen, Besinnung auf bestimmte Dinge zum Klimaschutz.

    Denn Du hast recht, gerade in dieser Zeit auf den ein oder anderen Seelentröste in Form von Schoki zu verzichten wäre schon hart. Wo es im Moment eh wenig positives zu Erleben gibt.

    Liebe Grüße
    Karen

    • Nicole

      Liebe Karen,
      Ich finde es sehr schön, dass ich dich zum Nachdenken anregen konnte. Und das mit den online Bestellungen finde ich gerade dieser Tage eine gute Idee. Ich finde, die Kirche hat in diesem
      Jahr einige gute Anregungen zum Fasten gegeben, die sich nicht nur auf das Fasten an sich beziehen.
      Ich wünsche dir eine besinnliche Fastenzeit.
      Liebe Grüße
      Nicole

  • Christina

    Liebe Nicole,

    was für eine tolle Idee. Gedankenfasten … von denen haben wir tatsächlich mehr als genug;). Und sich besinnen finde ich auch wunderbar, denn letztendlich ist das Fasten ja ein Besinnen. ….darauf was mir gut tut, wieviel ich tatsächlich brauche und was ich eventuell auch loslassen kann. So möchte ich das auch machen. Besinnen auf das Wesentliche❤️

    Hab einen wundervollen Tag
    Christina

    • Nicole

      Liebe Christina,
      ja, genauso ist es. Bleibt abzuwarten, ob es mir in der Intensität gelingt. Ich hoffe aber sehr. Denn es macht vieles so viel leichter.
      Besinnen wir uns.
      Ich wünsche dir einen wunderbaren Abend,
      liebste Grüße,
      Nicole

  • Katrin

    Liebe Nicole, Gedankenfasten … was eine schöne Idee. Wäre auch etwas für mich. Ich kann mir nämlich ganz großartig Gedanken machen und mich dabei im Kreis drehen.

    Bin gespannt, wie es Dir damit geht.

    Ich faste dieses Jahr auch. Schreibe gerade noch am Blogartikel, fertig wird er wohl erst morgen.

    Liebe Grüße von Katrin

  • Ines

    Gefastet habe ich noch nie – weder in der Fastenzeit und auch ansonsten was Essen-Fasten angeht nicht. Ich bin kein Mensch für tempörären Verzicht. Stattdessen versuche ich mein ganzen Leben so gestalten, dass es mir möglichst gut tut.

    Deine Idee der gedanklichen Reinigung finde ich schön. Sie scheint zu Dir zu passen Deinen Worten nach. Ich wünsche Dir eine gute Zeit damit.

    • Nicole

      Liebe Ines,
      Das klingt nach einem guten Lebensplan und so halte ich es auch.
      Und ich danke dir für deine lieben Wünsche.
      Hab einen schönen Tag
      Liebe Grüße
      Nicole

  • Nadja

    Liebe Nicole,

    ein schöner Text, danke.

    In meiner Kindheit (ich bin katholisch und in der katholischen Gemeinde aufgewachsen) war es für uns Geschwister normal, dass wir in dieser Zeit fasten und jeder von uns hatte ein kleines Spardöschen, wo wir in dieser Zeit Geld gesammelt haben für Kinder in der 3. Welt, das dann nach dieser Zeit bei der Kollekte in der Kirche abgegeben wurde. Süßigkeiten gab es nur in Ausnahmesituationen.
    ich werde meinen Kindern heute davon mal erzählen, dass war bei uns tatsächlich noch nie Thema.

    ich selbst habe mir vorgenommen, werktags keinen Zucker und weitestgehend kein Weizen zu mir zu nehmen. Beim Sport-Fasten bin ich leider auch dabei und Alkohol trinke ich sowieso selten (seit Silvester kein Glas mehr getrunken 😀 ich esse die Kalorien lieber 😀).
    Für die Kinder habe ich gestern erst wieder ausreichend Schoki gekauft, ich könnte ihnen gerade keinen Verzicht aufbrummen, sie verzichten ja schon auf so unfassbar viele Dinge…

    Lieben Gruß, Nadja

    • Nicole

      Liebe Nadja,
      Wie spannend, dass du das tatsächlich so miterlebt hast. Und deshalb auch nachempfinden kannst.
      Ich finde es sehr bewundernswert, wenn du auf Zucker und Weizen verzichten kannst und gebe offen zu, dass mir das sehr, sehr… schwerfallen würde.
      Sport hingegen ist leicht. Dieser Alkoholverzicht auch.
      Schön, dass du auch gerne isst. Das geht mir auch so. 😉
      Und die Kinder freuen sich sicher- ich finde Schokolade auch toll.
      Ich drücke dir die Daumen, dass dein Verzicht gut gelingt.
      Alles Liebe
      Nicole

      • Nadja

        Ich habe schon mal ein ganzes Jahr ohne Zucker und Weizen geschafft (mit super super wenig Ausnahmen). Wenn man erst mal drin ist, fällt es einem nicht mehr so schwer. Und meine gesundheitlichen Probleme (Neurodermitis) lösten sich in Luft aus (ich hatte zu dem Zeitpunkt allerdings auch ein arbeitsfreies Jahr, mag auch daran gelegen haben…).
        Dieses Mal möchte ich aber nur werktags verzichten und am Wochenende so essen, wie der Rest der Familie. Alles ein bisschen bewusster. Im übrigen haben die Kinder auch wieder den Wunsch geäußert, mehr auf Plastik zu achten und zu verzichten. Aber nicht nur 40 Tage…😉

        • Nicole

          Liebe Nadja,
          Ich finde das echt super! Vielleicht komme ich auch irgendwann dahin. Das mit dem Plastik finde ich auch gut. Da bin ich dabei. Aber wie du eher generell.
          Danke für deine lieben Kommentare. Ich freue mich sehr darüber.
          Liebe Grüße
          Nicole

  • Sigrid

    Guten Morgen Nicole,
    da hast Du ja interessante Gedanken vom Geburtstag Deiner Tochter mitgenommen. Richtig gefastet habe ich noch nie und mir gefällt das Wort Besinnung auch besser und erscheint mir auch sinnvoller. Es gibt ja nicht nur schwarz und weiß, es gibt ja auch etwas dazwischen. Und sich auf das Besinnen was einem wichtig ist und gut tut, ist immer eine gute Idee.
    Alkoholfasten mache ich grundsätzlich im Januar bevor im Februar die Partysaison wieder startet. Dieses Jahr habe ich das ausfallen lassen, ich trinke sowieso kaum noch Alkohol. Und ich habe jede Woche essenstechnisch gesehen einen Detoxtag, nicht weil ich verzichten will, sondern wegen der Figur. Aber bei den Lebensmitteln verzichte ich schon auf einiges, Zucker, Weizen, die meisten Milchprodukte… Aber wenn ich Lust auf Schokolade oder Pizza habe, wird das natürlich gegessen. Ich will mich ja nicht bestrafen, für was auch?
    Ich wünsche Dir einen guten Tag.
    Liebe Grüße
    Sigi

    • Nicole

      Liebe Sigi,
      Wow, da bist du aber sehr diszipliniert. Das finde ich prima, dass du das so kannst.
      Und die Einstellung, dass du dir das gönnst, wonach dir ist, finde ich auch klasse. Denn das nimmt viel Druck raus.
      Ich wünsche dir einen schönen Tag.
      Liebe Grüße
      Nicole

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