AllgemeinFräulein Steiff oder der Bär im Haus

Fräulein Steiff oder der Bär im Haus

Werbung-Rezensionsexemplar

Fräulein Steiff- sie ist es, die wenn auch nicht mehr selbst, dafür gesorgt hat, dass Urs überhaupt bei uns einziehen konnte und jetzt seit fast 20 Jahren ein Lebensbegleiter geworden ist. Aber auch ich kannte als Kind schon Steiff-Tiere. Auf einem bin ich herumgefahren. Dazu und zu dem Buch von bzw. über Fräulein Steiff kommen wir nun.

Leseglück=Fräulein Steiff

Fräulein Steiff- willensstark und erfolgreich

Das Fräulein Steiff war zu ihrer Zeit mit Sicherheit eine ausgesprochen besondere Frau. Denn erstens war sie eine Frau in einer von Männern dominierten Zeit, zweitens war sie vorlaut, drittens hatte sie Visionen und Pläne und war zudem aufgrund eines Fiebers beeinträchtigt, will sagen, sie saß im Rollstuhl und auch ihr rechter Arm machte ihr zu schaffen.

Leseglück=Fräulein Steiff

Was zu ihrer Zeit mit Sicherheit noch schwieriger war als heute. Dennoch hat sie immer an sich geglaubt und das trotz einer Mutter, die sie zumindest bis zum Erwachsenenalter eher als Last sah (die Mutter fand den Glow nicht so recht).

Aber Margarethe ging ihren Weg- sie spielte mit anderen Kindern, entwickelte ihren Geist, konnte wunderbare Geschichten erzählen. Damit sie sie ein wenig aus dem Weg hatte, beschäftigte die Mutter sie mit Häkelarbeiten, was Fräulein Steiff gar nicht behagte.

Aber Nähen mochte sie.

Die Idee und Entwicklung der Margarethe Steiff

Und das Nähen wurde ihre Passion. Zunächst mit den Schwestern gemeinsam, nähte sie Aussteuer und andere Kleinigkeiten, die sie dann verkauften.

Später nutzte sie die Filzfabrik ihres Cousins, um Filz ’salonfähig‘ zu machen. Dabei entstand ihr erstes Kuscheltier- das Elefäntle.

Leseglück=Fräulein Steiff

War es ursprünglich als Nadelkissen gedacht, entdeckte sie, wie die Kinder sich ihm ‚anvertrauten‘ und sie beschloss, daraus ein Spielzeug zu entwickeln.

Sie fand einen Gönner, der sie in ihren Plänen auch in den Versandhandel zu expandieren, unterstützte und ihr eine wertvolle Hilfe war. Und so legte Margarethe los.

Von Raubkopien und neuen Ideen

Sie versteifte sich darauf, nur bestes Material in ihren Werken einzusetzen. Was natürlich auch zu damaligen Zeiten schon einen gewissen Preis hatte. Und auch damals gab es sogenannte Plagiate, die ihr das Leben ein bisschen schwer machten, weil die Reklamationen natürlich auch bei ihr landeten.

Sie wollte immer wachsen und größer werden, nie war sie zufrieden mit dem, was war. Sie beschäftigt viele Näherinnen, gibt ihnen Arbeit und zahlt einen fairen und höheren Lohn als üblich. Auch Heimarbeit unterstützt sie schon damals.

Aber dass andere ihre Arbeiten einfach kopierten? Das konnte und wollte sie nicht akzeptieren. Da sie auch die Familie ins Geschäft mit einband, waren bald ihre Neffen bei ihr tätig. Der eine verfügte über eine ausgesprochene Kreativität, er ‚erfand‘ den ersten beweglichen Teddybären, der übrigens seinen Namen von Theodore Roosevelt erhielt. Er wurde von Fräulein Steiff maßgeblich dabei unterstützt.

Sie baute sich eine große Firmenzentrale in Giengen auf, die schon zur damaligen Zeit behindertengerecht gestaltet wurde. Und die Firma wuchs und wuchs. Und mit ihr die verschiedenen Güter.

Wie wird man einzigartig?

Margarethe war sehr schnell klar, dass sie sich vom Billigmarkt abheben wollte und ja, auch musste. Denn sie wollte die Besonderheiten ihrer Tiere und auch ihre besondere Qualität beibehalten. Da kam der Neffe auf die feine Idee, einen kleinen Knopf im Ohr der Tiere zu befestigen, der unverwüstlich sein sollte. Hieran wurde das Logo befestigt. Und siehe da: Der Knopf im Ohr war geboren.

Margarethe arbeitete bis zu ihrem Tod unermüdlich weiter und brachte die Firma in der Tat zu Weltruhm.

Leseglück=Fräulein Steiff

Sie reiste gern, hatte Freunde in Stuttgart, die sie regelmäßig besuchte, einen ‚Verehrer‘, mit dem sie offiziell aber wohl nie eine Beziehung einging. Und sie achtete, förderte und unterstützte ihre Mitarbeiter.

Das hätte der jungen Frau damals wahrscheinlich nie jemand zugetraut, dass sie eines Tages ein derart weitgehend selbstbestimmtes und fast unabhängiges Leben führen würde.

Fräulein Steiff in meinem Leben

Mit Sicherheit kennt ihr alle Steiff in irgendeiner Form. Ich habe als Kind die alte Sammlung meiner Mutter übernommen, wurde mit den damals aber noch harten Tieren nicht so richtig warm. Einzig eine Schildkröte, auf der man herumrollen konnte, hatte es mir angetan. Wahrscheinlich war sie damals ein Vorläufer des Bobby-Cars.

Unsere Tochter bekam von ihrer Patentante einen Teddy geschenkt, aber das Kuscheltierherz wurde von ihm nicht erobert, da wohnt bis heute ein anderes Tier.

Leseglück=Fräulein Steiff

Der ‚Kleine‘ bekam zur Geburt das Fotomodell dieses Beitrags geschenkt und ich habe mich gefragt, was das wohl werden würde. Diente Urs am Anfang als Kopfkissen auf dem Wickeltisch (man muss ja auch was sehen), wurde er im Alter von ca. 1,5 Jahren zum Schlaf- und Reisegefährten. Er wurde selbstbewusst auf dem Arm getragen, hat diverse Sprengstoffuntersuchungen am Flughafen schadlos überstanden und wohnt immer noch hier.

Wie gefiel mir das Buch über Fräulein Steiff?

Durch die Tiere in meinem Leben neugierig gemacht, wollte ich die Geschichte unbedingt lesen. Und sie hat mich fasziniert. Denn Fräulein Steiff war nicht ’nur‘ eine Unternehmerin in einer von Männer dominierten Zeit, sie musste auch mit ihrer Kinderlähmung leben. Das scheint sie größtenteils mit Bravour und Beharrlichkeit hinbekommen zu haben.

Es ist also ein faszinierende Geschichte, die von der Autorin wunderbar aufgearbeitet wurde. Es ist schön und leucht zu lesen und darum gefiel es mir sehr. Urs auch ;).

Leseglück=Fräulein Steiff

Das Buch war definitiv Leseglück. Wenn euch solche Geschichten faszinieren, dann habt ihr hier wieder einmal meine volle Empfehlung.

Faszinieren euch solche Frauen? Habt ihr eine Verbindung zu Steifftieren?

Give your life a glow,

Eure Nicole

Herzlichen Dank an Penguinrandomhouse für das Zusenden dieses besonderen Buches.

Werbung: Im Text findet ihr eine Empfehlung zum Buch. Diese Empfehlung ist unbeauftragt und unbezahlt, aber sie kommt von Herzen.

8 Kommentare

    • Ich finde das auch immer interessant. In diesem Fall wusste ich, außer dass sie Margarethe hieß, nichts von ihr.
      Und es ist eine faszinierende Geschichte. Über Mut, Tatkraft, Kreativität und Willen. Und Liebe zu dem, was man tut.
      Auch wenn man in einer schwierigen Lebenssituation steckt.
      Liebe Grüße
      Nicole

  1. Nein, bisher habe ich mich noch nicht für Frl. Steiff interessiert. Obwohl ich in den frühen 70ern ewig viele Steifftiere von einer Kundin meiner Mutter beschenkt bekommen habe. Immer wenn sie kam, hat sie mir was mitgebracht. Keine Ahnung mehr, aber ich glaube sie stand verwandtschaftlich mit der Steifffamilie in irgendwelchen Beziehungen. Wenn ich mal den Speicher ausräume werde ich sicher drauf stoßen.
    BG Sunny

    • Ich erinnere mich, dass Steiff immer ein Prädikat hatte. Auch in der Kindheit…
      Wer weiß, was für Schätze du da noch hast?
      Sonnige Grüße
      Nicole

  2. Das ist auf jeden Fall ein interessantes Buch. Frauenbiografien interessieren mich eigentlich immer. Und noch dazu eine Frau, die im Rollstuhl sitzt zu dieser Zeit. Was muss sie für eine Kreativität und einen Willen gehabt haben!
    Zum Lesen dieses Buches werde ich leider in der nächsten Zeit nicht kommen. Du weißt es ja ….der SuB!
    Aber eine schöne Empfehlung ist es auf jeden Fall und auch ein feines Geschenk für eine Freundin.
    Herzlich, Sieglinde

    • Es ist toll. Aber so richtig.. Ich liebe solche Geschichten ohnehin. Aber was mich tief beeindruckt hat ist, dass sie einfach gemacht hat und immer durch ihr gerade Art Helfer und Gönner fand.
      Eine wirklich beeindruckende Frau und ein Unternehmen, das es bis heute unter ihrem Namen gibt.
      Liebe Grüße
      Nicole

  3. Schöne Fotos zu dem Buch hast Du gebastelt! Ich hatte einen harten, beweglichen Bären, den ich nicht mochte, und einen weichen, den ich geliebt und zerliebt habe. Den habe ich erst vor einigen Jahren in den Müll getan. Die hatten keine Namen, soweit ich es richtig erinnere. Urs ist ein passender Name. Ich nenne Paul auch manchmal einfach nur Hund. Wie viele Jahre hat das Kind gebraucht, um den aussprechen zu können?

    Es gab vor Jahren schon mal eine Biografie, die verfilmt wurde. Die kenne ich, deshalb würde ich das Buch jetzt nicht lesen wollen. Aber wenn ich die Geschichte dieser beeindruckenden Frau nicht kenne würde, wäre es sofort auf meiner Leseliste.

    @Mutter „die Mutter fand den Glow nicht so recht“ Danke für den Lacher, obwohl das ja an sich gar nicht zum Lachen ist …

    Einen angenehmen Dienstag wünscht Dir
    Ines

    • Meinen Bären, der kein Steiff Bär war, habe ich mit dem Umzug in den Müll getan. Meist finden Kinder ihr Tier…und ich fand und finde kuschelig immer noch schöner als fest.

      Er war kanpp zwei, da hieß er Us… Urs kam dann später und dann Ursi… Unsere Tiere haben alle Namen;).

      Mich hat sie auch tief beeindruckt. Besonders in der Zeit.
      Liebe Grüße und einen feinen Tag,
      Nicole

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Autor

Nicole

Life with a glow ist mein Lifestyle Blog, in dem ich über das Leben ü40/ü50 schreibe. Spaß, Freude und Neugier sind niemals eine Frage des Alters sondern der Einstellung. Ich freue mich auf euch!

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