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Krisenbewältigung: Wie du in stürmischen Zeiten deine Kraft behältst

Allein die Nachrichten in den letzten Tagen hatten es ja schon so in sich, dass eine Krisenbewältigung unumstößlich ist. Dann gibt es sie, diese Tage, in denen einfach nichts zu funktionieren scheint. Auch wenn Krisen und somit Krisenbewältigung leider zu unserem Leben dazugehören, ist das alles andere als schön. Dennoch benötigen wir auch einen Umgang damit.

In diesem Beitrag möchte ich dir gerne zeigen, wie du auch in stürmischen Zeiten bei dir und deinen Wurzeln bleiben kannst.

Warum wir uns mit Krisenbewältigung beschäftigen sollten

Selbst als optimistischer und lebensfroher Mensch gibt es diese Tage, an denen man von allem überrollt zu werden scheint: die Nachrichten, beruflich, die Kinder oder schlicht emotional.

Wer aber tief in sich hineinhört, der merkt, dass er oft viel resilienter und stärker ist, als er glaubt. Wir müssen uns nur bestimmte Hilfsmittel an die Hand geben und uns dessen bewusst sein.

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Darum schauen wir uns jetzt einmal an, mit welchen Strategien wir uns wieder zurück ins Gleichgewicht bringen können.

Erlaube dir, deine Gefühle zuzulassen

Viele Menschen glauben, dass es in Krisensituationen wichtig ist, stark zu sein und zu wirken. Das ist auch nicht falsch, denn in manchen Fällen ist aufgeben ja wirklich keine Option.

Dennoch ist es unerlässlich, sich auch in diesen Situationen seiner eigenen Empfindungen und Gefühle bewusst zu werden und sie auch zuzulassen.

Wenn du deinen Gefühlen den nötigen Raum gibst, weinst, wenn du traurig bist, auch über deine Wut nachdenkst oder dir einen Kanal zur Entlastung suchst, dann findest du auch wieder zu mehr Klarheit zurück.

Tipp: Nimm dir also jeden Tag bewusst ein paar Minuten Zeit, um dich zu spüren und deine Emotionen zu hinterfragen. Ohne dich dafür zu bewerten oder unter Druck zu setzen.

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Kleine Routinen für Stabilität

Wenn du dich im Krisenmodus befindest, dann können kleine Routinen, die du in deinen Tagesablauf einbaust, wie ein Geländer wirken.

Beispiele für kleine Routinen:

  • Beginne den Tag mit ein paar bewussten Atemzügen und einem Glas Wasser
  • Genieße die Wärme und den Duft deines Kaffees oder Tees
  • Versuche, jeden Tag ein wenig spazieren zu gehen, egal wie lange. Aber die frische Luft macht den Kopf frei
  • Schreibe jeden Abend drei Dinge auf, die gut oder sogar schön waren oder überlege sie dir im Kopf. Es gibt sie, wenn du genau hinschaust. Immer
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Versuche, deine Gedanken im Zaum zu halten

Gerade in unruhigen Zeiten oder Krisensituationen bewerten wir uns härter als sonst und glaube mir, niemand weiß das besser als ich. Die Sätze:

  • Andere können das besser/sind schneller, es gelingt ihnen leichter
  • Ich müsste noch dieses und jenes tun.
  • Ich darf so nicht empfinden.
  • Ich habe nichts geschafft.
  • Alles ist schlimm

helfen dir nicht weiter, sondern ziehen dich in einen Strudel.

Es wird leichter (sagt die Expertin!), wenn du zwei Dinge tust:

  1. Du überlegst dir genau, was du schon alles geschafft und gemacht hast. Das ist nämlich oft sehr viel mehr, als wir selber glauben, weil wir oft die kleinen Dinge nicht sehen.
  2. Du denkst darüber nach, ob du an der Situation etwas ändern oder verbessern kannst. Wenn es nicht in deinen Händen liegt, wie Nachrichten, dann denke daran, dass es (hoffentlich) wieder besser wird und wie du dazu beitragen kannst, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
  3. Frage dich: Was würde ich in so einem Moment zu einem geliebten Menschen oder einem Freund sagen? Glaube mir, mit anderen gehen wir oft viel sanfter um als mit uns selbst
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Such dir in der Krise jemanden, mit dem du dich austauschen kannst

An dem Spruch: Geteiltes Leid ist halbes Leid, ist durchaus etwas dran. Denn oft wiegen im Gedankenkarussell befindliche Fahrgäste viel schwerer als wenn man mit einem vertrauten Menschen darüber spricht.

Keiner braucht in Krisenzeiten allein zu sein. Mach den ersten Schritt und du wirst sehen, dass sich das für dich dann sehr viel besser anfühlen wird. Auch, wenn man gleich empfindet, fühlt sich das leichter an.

Es sind die kleinen Dinge

Gerade in den schwierigen Momenten unseres Lebens sehen wir immer nur die große Lösung, den Felsbrocken, den wir vor uns herschieben (müssen). Jeder noch so kleine Moment, wie ein Lächeln, eine Süßigkeit, ein Kompliment oder ein Geruch, lenken dich für einen kurzen Moment ab.

Das löst in dem Moment sicher nicht deine Krise in Luft auf, aber es entfernt die Schwere. Darum teile ich auch immer mein Seelenglück mit euch. Denn diese kleinen Dinge zu sehen und aufzuschreiben, macht etwas mit dir. Und wenn etwas Großes dabei ist, dann zählt das doppelt.

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Vergiss nicht: Kaum eine Krise ist für immer- wenn du es nicht zulässt

Natürlich gibt es auf dieser Welt schwerwiegende Ereignisse, die auch mir oft die Luft rauben. Sobald ich sie nicht aktiv ändern kann, versuche ich mich in Vertrauen und der Hoffnung, dass es (hoffentlich) gut ausgehen wird.

Auch wenn Veränderungen und Herausforderungen zum Leben gehören, wir haben es mit unserer Art der Krisenbewältigung immer auch in der Hand. Nicht bei allem, aber bei vielem.

Und den Kopf in den Sand zu stecken, ist (für mich) keine Option.

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Krisenbewältigung bedeutet nicht, dass alles sofort gut sein muss oder wird

Bei der Krisenbewältigung geht es nicht darum, alles zu heilen und wiedergutzumachen. Wir wissen alle, dass das nicht funktioniert. Aber einen Umgang für uns, der uns mehr Ruhe und ein bisschen Glow beschert, den finde ich sehr wichtig.

Schritt für Schritt zurück ins Gleichgewicht zu kommen, zu sehen, dass es immer noch ein Licht im Leben gibt, das wird uns vieles erleichtern.

Dabei können wir alles sein: emotional, weich, stark, da oder abwesend.

Wie siehst du das?

Alles Liebe,

Eure Nicole

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14 Kommentare

  1. Die Tipps sind klasse. Aber ich schließe mich mal Ines an: Wenn man das alles nicht im ganz normalen Alltag trainiert, wird es in einer echten Krise schwierig. Denn es ist gar nicht so einfach, mitten in der Krise den Kopf oben zu halten und dann damit anzufangen, neue Routinen zu entwickeln. Im Krisenfall ist es einfach unglaublich nützlich, auf einen Werkzeugkoffer zurückgreifen zu können. Aber den muss man sich halt aufbauen.
    Was mir dabei sehr, sehr, sehr geholfen hat und was ich jedem anderen warm ans Herz legen würde ist ein MBSR-Kurs. Da lernt man Dinge wie Meditation und die Grundlagen der Achtsamkeit. Und wenn man dieses Wissen hegt und pflegt, dann hilft einem das in Krisenfällen sehr.
    Und, und das finde ich sehr wichtig, wenn alles nur noch dunkel ist: Such dir Hilfe von außen. Man MUSS nicht alles allein bewältigen. Der Weg in eine Therapie ist steinig, aber es ist ein guter Weg, bei dem Hausarzt oder Ambulanz sehr gut helfen können.
    Liebe Grüße
    Fran

    1. Ja, das sehe ich auch so wie du und Ines. Dennoch sind es manchmal die kleinen Dinge, die auch unterstützen können. Und wenn alles dunkel ist, dann hilft nur das, was du sagst: professionelle Hilfe.

      Liebe Grüße und einen sonnigen Sonntag,
      Nicole

  2. Guten Morgen Nicole, sich mit jemanden austauschen hilft auf alle Fälle. Mal raus in die Natur auch. Deine Tipps sind wirklich sehr gut. Funktionieren auch wunderbar für kleine Alltagskrisen. Wenn ich traurig über Dinge bin die ich nicht ändern kann zum Beispiel Nachrichten, dann finde ich es schön, jemandem bewusst eine Freude zu machen, zum Beispiel Hilfe anzubieten oder jemanden etwas Abnehmen, dass ihm schwer fällt. Oder etwas verschenken, sei es nur eine Gurke aus dem Garten an den Nachbarn. Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag, liebe Grüße Tina

  3. Sich bewegen hilft auf jeden Fall in einer Krise und zwar innerlich und äußerlich. Spazierengehen oder bei mir Radfahren, bewegt mich auch innerlich. Ich sehe anderes, fühle anderes, bin nicht mehr nur allein mit unguten Gedanken. Mein Lieblingsspruch von Ruth Cohn gilt hier ja auch wieder:
    Du bist nicht ohnmächtig, Du bist nicht allmächtig, Du bist partiell mächtig.
    Und diese partielle Mächtigkeit abrufen zu können, dass hilft mir am meisten in Krisen. Denn eigentlich kann man immer etwas Gutes – für sich – tun.
    Ein weiterer Lieblings-Spruch ist: Entschiedenheit macht verborgene Wege sichtbar.
    Und das finde ich auch tröstlich und so entscheide ich mich auch in Krisen für oder gegen etwas und bleibe nicht stecken. Und welche Wege sich dann schon oft gezeigt haben, war wirklich wundersam.
    Danke für Deine Gedanken zu diesem Thema. Ich habe oft zustimmend genickt…<3
    Herzlich,
    Sieglinde

    1. Die Sprüche sind auch wirklich gut und sehr hilfreich. Das mag ich sehr, liebe Sieglinde.
      Und ich freue mich über jedes Nicken, das du mir geschenkt hast.

      Liebe Grüße
      Nicole

  4. Ines Ansatz finde ich gut. Wer im Alltag nicht klar kommt hat in Krisensituationen oft die meisten Probleme. Wenn mir alles zuviel wird ziehe ich mich gern kurz zurück und versuche zu entspannen. Das fängt schon mit dem täglichen Mittagsschlaf an. Einfach mal abschalten. Spazieren gehen mag ich sehr. Das macht wirklich den Kopf frei.

    Liebe Grüße
    Sabine

    1. Ja, das denke ich auch. Genauso fatal wird es sein, wenn Kinder nicht auf solche Situationen vorbereitet werden. Gerade gestern habe ich das wieder erlebt.
      Du machst das richtig- ich finde Schlaf ja auch immer sehr erdend.

      Liebe Grüße
      Nicole

  5. Manches relativiert sich auch, wenn man sich überlegt, wie man in einem Jahr drüber denken würde. Natürlich gilt das nicht bei allen Krisen aber mir hat es geholfen, als eine Freundin meinte „in einem Jahr lachst du darüber“. Sie hat Recht behalten und mein Fell ist wieder ein bisschen dicker geworden.
    Liebe Grüße!

    1. Ja, das stimmt. Nicht immer nimmt man das sofort so wahr, aber es stimmt. Ebenso wie ich auch finde, dass man durchaus auch daran wachsen kann, oder das Fell 😉.

      Liebe Grüße
      Nicole

  6. Wichtiges Thema. In Bezug auf Beziehungen habe ich dazu mal gelesen, dass Krisen nicht das Problem sind. Krisen überstehen die meisten Beziehungen. Sie scheitern am Alltag. Fazit: All deine Tipps sind im Alltag ebenso hilfreich wie im Krisenfall und es ist vielleicht sogar noch wichtiger, sich im Alltag um sich zu kümmern. Frei nach dem Motto: Man nimmt nicht zwischen Weihnachten und Silvester zu sondern von Neujahr bis Weihnachten.

    Komm gut in die frische Woche!

    1. Bester Spruch, den muss ich mir merken. Ja, es ist absolut korrekt, was du sagst. Wer sich vorher schon gut um sich kümmert, der kommt meist auch in solchen Zeiten zurecht. Wobei ich glaube, auch Krisenmanagement in Beziehungen sollte man beherrschen, denn der schönste Alltag nützt sonst nichts.

      Liebe Grüße
      Nicole

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