
Über Falten, fröhliche Augen und das schöne Gefühl, bei sich angekommen zu sein
Wie jeden Morgen, wenn ich das Badezimmer betrete, lächele ich mich an. Wenn du mit einem Morgenmuffel verheiratet bist, musst du das;). Es gibt Tage, an denen ich dann genauer hinschaue: Wie sehe ich aus? Hat sich etwas verändert?
Eigentlich mag ich mein Gesicht, ja, auch mit über 50. Ich mag meine Augen, mein Lachen, das Leben, das ich darin sehe. Dann denke ich daran, dass ich niemals in diesem Gesicht etwas machen lasse würde (Notfälle ausgenommen). Und daran, wie uns oft weisgemacht wird, wir müssten so aussehen, als hätten wir die vergangenen Jahrzehnte gar nicht gelebt.
Warum eigentlich?

Ich möchte mein Leben nicht zurückdrehen
Mein Leben war eine Entwicklung. Es war nicht an jedem Tag und in jedem Jahr gleich schön, aber es war lebenswert. Und heute finde ich es schön.
Es gab Ärgernisse, Schicksalsschläge, Rückschritte. Aber es gab eben auch all diese Momente, die mich zu der gemacht haben, die ich heute bin. Und natürlich gibt es dennoch Dinge, die ich heute anders machen würde.
Natürlich lässt es sich leicht sagen, dass man mit dem Wissen von heute einiges anders machen würde. Aber würden wir dann nicht auch andere Fehler machen?
Was würde ich eintauschen, wenn ich das Leben zurückdrehen könnte?
Wenn ich mein Leben zurückdrehen würde, müsste ich auch die Frau zurückdrehen, die ich geworden bin. Ich würde Erfahrung und Klarheit in meinen Gedanken und Wünschen zurücklassen. Und all diese wertvollen Menschen, die ich heute in meinem Leben habe und um nichts in dieser Welt missen möchte. Darum möchte ich heute nicht mehr dreißig sein. Vielleicht nur manchmal ein kleines bisschen.
Meine Falten gehören zu mir – dieser Altersfleck an meiner Hand war ein Schreck
Wenn ich nicht an mir herumoptimieren und mich operieren und spritzen lassen will, gehören Falten zu diesem Leben als über 50-Jährige eben dazu. Ich bin ja nicht starr, mein Gesicht bewegt sich. Ich pflege sie, dazu später noch etwas ausführlicher, aber sie sind ein Teil von mir. Sie zeigen, dass ich viel und gerne gelacht habe. Sie erzählen auch davon, dass ich geweint habe. Vor allem aber zeigen sie, dass ich echt bin und lebe.
Was mich allerdings ein klitzekleines bisschen in Panik versetzt hat, war der erste Altersfleck an meiner Hand. Der gehört da ja nun einmal gar nicht hin. Denn ja, ich möchte nicht jünger aussehen, aber diese Flecken brauche ich auch gar nicht.

Warum ich mich gerne schminke und pflege
Ich hasse den Begriff Anti-Aging. Was einer der Gründe ist, warum ich mich so gerne mit meinen jetzigen Produkten pflege, die das Beautiful Aging auf ihre Fahnen geschrieben haben. Anti-Aging bedeutet für mich, dass ich mich gegen das Altern wende. Und hier wiederhole ich mich gern: Die Alternative zum Älterwerden ist kalt und dunkel.
Ich pflege meine Haut nicht, weil ich gegen das Alter kämpfen will. Ich pflege sie, damit wir zusammen und ohne Spannung das schönste Leben leben können. Ich habe Freude an Lippenstift, Mascara, Lidschatten und Foundation, nicht um mich zu überschminken, sondern um mich zu zeigen. Aber eben echt, nur mit ein bisschen mehr Glow.
Ich mache das alles, um gut zu mir zu sein und auch, um mich selber wertzuschätzen. Beauty ist für mich keine Tarnung. Es ist Freude.

Ich will mich nicht jünger machen – ich will mich lebendig zeigen
Zugegeben, ich fühle mich jünger, als ich bin. Zumindest glaube ich das. Ich mache keine Challenges in Social Media mit, die daraus eine Botschaft machen, dass ich über 50 bin, und deshalb zeigen muss, dass ich sichtbar bin. Ich versuche einfach, sichtbar zu sein. Und zwar ohne Anstrengung, denn ich glaube, Verbitterung macht uns auch alt.
Und weil ich mich jünger fühle, ohne mich einem Jugendwahn zu unterwerfen, möchte ich das auch ausstrahlen. Mir ist diese Modepolizei egal, die mir sagt, dass ich als über 50-Jährige keine Shorts oder ärmellosen Tops mehr tragen darf. Die glaubt, dass Ballerinas etwas für 20-Jährige sind. Die mich wegen einer Jeansjacke verhaften, weil man das nicht macht. Ich ziehe mich für mich an – und ein kleines bisschen auch für meinen Mann;).
Ich lasse mich aber auch nicht zwanghaft in Jugendlichkeit pressen, genauso wenig übrigens wie in eine Altersschablone.

Ich möchte einfach ich sein:
- Mit Neugier auf das Leben
- Mit der Lust zu lernen, was ich lernen möchte
- Mit lachenden Augen
- Ohne hängende Mundwinkel
- Mit Mode, die mir gefällt und zu mir passt
- Mit Beautyprodukten, die ich mag
- Und mit ganz viel Glow
Was sich tatsächlich bei mir verändert hat
Ich habe meinen Freundeskreis aus vielen Gründen – von denen nicht alle schön waren – einmal komplett auf links gedreht. Die Menschen, die heute in meinem Herzen sind, tun mir gut – und ich ihnen hoffentlich auch. Diese Menschen möchte ich behalten. Das sind nicht mehr so viele wie mit 40, aber es sind die richtigen.
Dieses Gefühl ist sehr befreiend und erleichternd, weil Vertrauen und Ehrlichkeit eine ganz neue Dimension bekommen haben.
Denn auch wenn der Kreis kleiner wird, das Leben wird größer
Ich laufe niemandem mehr hinterher und das hat nichts mit fehlender Kondition zu tun. Schon längst muss meine Art, laut zu lachen, nicht mehr jedem gefallen. Ich habe die Erfahrung gemacht: Wenn ich mir gefalle und ich selbst bin, finden mich auch die richtigen Menschen.
Ich erkenne Energieräuber und schaffe es fast immer, sie des Diebstahls zu überführen. Ich frage nicht mehr ‚Bin ich richtig?“. Sondern eher: Ist das für mich richtig?

Mit über 50 laufe ich dem Leben nicht mehr hinterher, wir gehen zusammen
Ich möchte mein Leben gar nicht jünger machen. Ich möchte es mir und den Menschen darin schön machen. Auf meine Art. Mit Freude, Neugier, Herz und diesem steten kleinen Glow, der hoffentlich niemals etwas mit meinem Alter zu tun haben wird. Eben ein Life with a glow;).
Würdest du dein Leben zurückdrehen? Fühlst du dich jünger als du bist?
Alles Liebe,
eure Nicole





