Multitasking- 3 Gründe, warum ich es nicht mehr mache

Multitasking

Multitasking- als unsere Kinder noch kleiner waren, hatte ich das Gefühl, ständig in diesem Modus unterwegs zu sein. Warum ich das heute nicht mehr mache und möchte, erzähle ich euch hier.

Wie oft hören wir diesen Satz: Ich bin eben Multitasking fähig. Wie gesagt, als unsere Kinder kleiner waren, war ich gefühlt in dieser Manier die Meisterin meines Fachs. Hier ein Kind trösten, nebenbei das Mittagessen rühren, Zeitung lesen und vielleicht auch noch ans Telefon? Oder ich sehe was, was du nicht siehst spielen, damit die Zeit schneller vergeht? Gefühlt war es hektisch, aber es klappte. Immer und irgendwie. Außer als mal der Backofen in Flammen aufging (Notiz an alle: Mit Öl grillen und das Zimmer verlassen sind ein No-Go!). Später waren es dann Fragen und Hausaufgaben dreier Kinder und meine eigenen Sachen. Vor einiger Zeit habe ich mich bewusst dagegen entschieden Multitasking zu betreiben und ihr erfahrt heute, warum. Der Grund ist nicht nur, dass die Kinder das jetzt allein schaffen ;).

Multitasking

Woher kommt der Begriff Multitasking?

Der Begriff Multitasking kommt aus dem Computerbereich. Es bedeutet im Ursprungssinn, dass ein System mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen kann, also wie ich damals quasi. Als System betrachtet..

Und es war ja nicht nur zu Zeiten der Kinder so: Später war es dann so, dass ich beim Kochen ein wenig auf Social Media spicken oder mal eben das Kapitel zu Ende lesen wollte, weil das Buch gerade so spannend ist? Konnten ich und mein System. Es hat ja auch keiner gemerkt, oder? Doch ich habe es gemerkt, schleichend, aber immerhin.

Gibt es Multitasking wirklich?

Bei Computersystemen- ja. Bei uns Menschen ist es allerdings entgegen aller Annahmen so, dass wir eben nicht WIRKLICH mehrere Dinge gleichzeitig tun, sondern dass unser Gehirn hin- und herspringt zwischen den einzelnen Aktivitäten, was uns eben das Gefühl der Vielseitigkeit vermittelt. Es existiert also nicht wirklich, sondern nur gefühlt.

Das klingt dann gar nicht mehr nach Perfektion, sondern nach hin und her springen, stimmts?Multitasking- warum ich es abgeschafft habe

3 Gründe, warum ich Multitasking aufgegeben habe

Mir ist irgendwann sehr bewusst geworden, dass ich zwar vieles gleichzeitig erledigen kann, aber dass ich weder mit vollem Herzen noch Verstand dabei war. Und dann hat es klick gemacht, weil ich mir überlegt habe, dass ich mich immer ein bisschen flüchtig fühlte und unzufrieden. Schneller ging es nebenbei bemerkt auch nicht wirklich.

Darum habe ich es größtenteils eingestellt:

  1. Gerade Kochen kann auch etwas Entspannendes haben und es lohnt sich, sich auf die diesen Prozess zu konzentrieren. Schließlich ist es schneller aufgegessen als die Zubereitung benötigt.
  2. Es rutscht einem bei vielen Tätigkeiten gleichzeitig auch schnell das eine oder andere Detail durch oder du vergisst es.
  3. Ich habe bei mir bemerkt, dass alles zur selben Zeit machen zu wollen mich auch in Nervosität versetzte- schließlich wollte ich auch ALLES schaffen.

Von Multi- zu meistens Monotasking

Ich habe mich dann schrittweise dem Monotasking zugewendet, soweit es möglich ist, denn wir alle wissen, dass Ausnahmen die Regel bestätigen, nicht wahr?

Und siehe da, ich bin beim Kochen dabei (Brot zu backen, also es zu kneten hat für mich übrigens etwas fast Meditatives), genieße die Gerüche und das Ergebnis.

Für Social Media nehme ich mir separat Zeit (manchmal zu viel) und bin auch da dann entspannter und konzentrierter bei der Sache. Und das Kapitel lese ich dann eben zuerst zu Ende und koche dann oder mache, was ich machen wollte. Wir verhungern nicht mehr so schnell..

Genauso geht es mir mit allen Tätigkeiten und tatsächlich brauche ich nicht wesentlich länger, bin aber viel weniger rastlos und dafür konzentrierter. Und entspannter, was meinem Naturell auch viel mehr entspricht ;).

Wie ist es bei euch? Seid ihr Multitasker oder eher Monotasker? Wie sind eure Erfahrungen?

Give your life a glow,

Eure Nicole

 

 

 

24 Kommentare

  1. Liebe Nicole,

    ich bin da ganz bei Dir und habe mir das Multitasking auch abgewöhnt. Nun gut … manchmal erwische ich mich noch dabei, aber ich arbeite dran. 🙂

    Liebste Grüße,
    Elisa

    • Liebe Elisa,
      manchmal erwischen wir uns, glaube ich, alle dabei ;). Aber das ist ja auch nicht weiter schlimm- das sich bewusst sein reicht, um in den Flow zurückzukommen.
      Sei lieb gegrüßt,
      Nicole

  2. Ach weißt du, wirklich gleichzeitig kann man nur Sachen, die man “im Schlaf” beherrscht, wie Radfahren und Singen gleichzeitig. Möhrenschnippeln und quatschen geht auch, oder Staubwischen und telefonieren – aber bei komplizierteren Sachen sollte man das lassen. da ist die Verletzungsgefahr zu groß, man macht irgendwas nicht richtig oder man verpasst inhaltlich do etwas.
    LG Ilka

    • Liebe Ilka,
      Genauso ist es. Und man ist zu wenig bei der Sache.
      Singen und Autofahren geht auch 😉
      Hab einen schönen Sonntag.
      Liebe Grüße
      Nicole

  3. Das hängt davon ab. Bei wirklich langweiligen Dingen, die ich im Schlaf beherrsche – alles, was mit Wäsche zu tun hat zum Beispiel – kann ich prima nebenbei telefonieren oder fernsehen oder ähnlich hirnlose (sic!) Dinge tun. Bei allem, was ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit braucht, ist mir Multitasking, das sowieso nicht wirklich funktioniert, zu stressig. Das tu ich mir nicht mehr an, für so einen Blödsinn bin ich zu alt 😉 Außerdem ist nix so wichtig, als dass ich es parallel zu etwas anderem tun müsste. Wenn etwas wirklich wichtig ist, muss dafür auch Zeit sein. Und wenn es nicht wichtig ist, kann es warten. Oder ich kann es delegieren. Noch besser 🙂
    Liebe Grüße
    Fran

    • Liebe Fran,
      Stimmt, bei manchen Sachen kann ich auch abschweifen. Aber ansonsten ist es wirklich besser, es in Mono zu erledigen. Oder zu delegieren, genau!
      Schönes Wochenende und liebe Grüße
      Nicole

  4. Ich gestehe ganz offen, mehrere Dinge gelichzeitig tun, das konnte ich noch nie. Musikzieren mit zwei Händen, gehen, tanzen jetzt mal ausgenommen. Ich kann mich nur auf eine Sache konzentrieren. Und ich kann auch nur eine Sache zu einer Zeit tun. Das finde und fand ich nie schlimm. Weil ich schon früh darum wusste, wie unser Hirn funktioniert. Es wird hier seriell abgearbeitet, nur in affenartiger Geschwindigkeit.
    In der IT ist das übrigens auch so. Auch wenn viele Prozessoren parallel an einem Ergebnis arbeiten, werden diese immer seriell zusammengefügt. Wir erinnern uns Nullen und Einsen. (Klugscheißermodus aus). :-))) Seriell ist auch schneller als parallel. Also, Multitasking kannste getrost vergessen.
    BG Sunny

    • Liebe Sunny,
      Nicht Klugscheisser- sondern Wissensmodus ;).
      Es ist doch prima, dass du dieser Art von ‚Hektik‘ nie hingeben musstest, da warst du direkt entspannter.
      Zumal wir ja jetzt wissen, dass es auch gar nicht so ist. Gönnen wir unserem Hirn also das nacheinander. Es ist ja nicht weniger beschäftigt.
      Ein schönes Wochenende und
      LG Nicole

  5. Liebe Nicole, wie gerne wäre ich wieder Multitasking fähig. Dabei beziehe ich mich aber eher auf den Vergleich zu meinen Männern, die manchmal etwas langsam sind und immer solange überlegen müssen. Da fühlen wir Frauen (meine Tochter und ich) uns immer etwas überlegen:).
    Leider hänge ich jetzt gerade etwas in den Seilen, da ich mir mein Bein gebrochen habe und irgendwelche Bänder auch kaputt sind und ich auf Wochen festsitze, im wahrsten Sinn des Wortes, und ich leider sehr vorsichtig sein muss, nicht aus Versehen aufzutreten. Also absolutes Monotasking und volle Konzentration auf eine Tätigkeit. Bisher war immer so ein Leitsatz: Geduld ist eine Tugend! Aber jetzt möchte ich in den Frühling raus, in den Garten, loslegen und sitze aber da und muss den monotasking agierenden Ehemann ganz ruhig erklären, welcher Blumentopf Wasser braucht und und und … Am Anfang war das ganz schön schwierig. Mal sehen, wie sich das noch entwickeln wird. LG Bella

    • Liebe Bella,
      oh man, da hat es dich aber ganz schön erwischt… Erst einmal gute Besserung und halte wirklich Ruhe. Vielleicht kommt dann auch die Ruhe, zu akzeptieren, dass deine Männer es etwas anders handhaben als du.
      Das liegt ein wenig ja auch in der Natur der Sache ;).
      Wenn du dann noch am Ende feststellst, dass Monotasking gar nicht so schlecht ist, dann hatte der ganze Zauber auch noch etwas Gutes.
      Alles Liebe,
      Nicole

  6. Liebe Nicole,
    manchmal kommt es zu Monotasking ohne, dass ich es will. Die letzten beiden Tage nämlich, da hat es mich einfach darnieder gestreckt und ich war Kopfwehkrank. Da half nur noch Ruhe.
    Nicht mal das schöne Buch-Event von Susi konnte ich anschauen… hast Du es gesehen?
    Du hast das alles sehr gut beschrieben und natürlich kenne ich auch das Dilemma, wenn man noch schnell dieses und jenes erledigen will und am besten gleichzeitig. So leicht lässt sich das bei mir nicht abschalten. Bei einem Gespräch hingegen bin ich entweder wirklich aufmerksam oder ich sage, dass ich noch einiges zu tun habe und zum Ende kommen möchte. Das klappt eigentlich immer gut und man hat nicht das Gefühl, ich wäre unaufmerksam. Das kenne ich nämlich von anderen auch und finde es nicht so angenehm.
    Je älter ich werde, desto mehr Fehler mache ich, auch bei sog. Multitasking, aber leider auch bei Monotasking. Fehler kosten natürlich Zeit und manchmal auch Geld, weil sie ja wieder behoben werden müssen. Aber interessanterweise bringen sie auch öfters einen Gewinn, z.B. gute Kontakte zu meinen KundInnen, die ich sonst nie gehabt hätte. Es hat eben alles mindestens zwei Seiten.
    Monotasking probiere ich öfters, aber zwinge mich nicht immer dazu. Manchmal rede ich mir nur einfach gut zu und sage: eins nach dem anderen… Das klappt dann am besten. Aber es wird bei mir wohl immer eine Mischung sein.
    Herzlich grüßt Dich Sieglinde

    • Hallo liebe Sigelinde,
      ich hoffe, dein Kopf gibt jetzt wieder Ruhe. Du Arme. So etwas ist ja immer doof, umso besser, dass du dir ein wenig Ruhe gegönnt hast. Nein, ich war nicht da. Leider. Aber es soll ja klasse und zu kurz gewesen sein. Kein Wunder bei dem feinen Buch.
      Ich finde es interessant zu lesen, wie du das Multitasking betrachtest und ich mag es, wie du über Fehler denkst. Denn so sollte es sein.
      Ich wünsche dir alles Liebe.
      Nicole

  7. Liebe Nicole,
    schon komisch. Früher war das was, wenn man Multitasking war, jetzt geht der Trend durch Achtsamkeit etc. in Richtung Monotasking. Ich bin ein Mix. Früher, wie Du, komplett Multitasking, heute in bestimmten Situationen, wie z.B. lange Telefonate führe ich beim Autofahren, beim Bügeln, beim Kochen oder beim Zähneputzen werden Fenster geöffnet bzw. geschlossen, usw. Andere Dinge, wie z.B. Lesen oder etwas Kreatives dann Monotasking.
    Allerdings werde ich ab und an dafür gerügt, bei Gesprächen nicht voll bei der Sache zu sein, wenn um mich herum weitere Gespräche geführt werden, daran muss ich arbeiten.

    • Liebe Sigi,
      ich könnte das beim Zähneputzen nicht, da müsste ich hinterher Multitasking mäßig hinter mir herputzen…
      Das mit den Gesprächen ist mir wohlvertraut, haha- aber Frau muss halt informiert bleiben…
      Ich finde mittlerweile meist das Monotasking entspannter, weil ich daruch für mich konzentrierter bin.
      Hab eine schöne Restwoche und LG
      Nicole

  8. Hallo Nicole,
    mehrere Sachen gleichzeitig kann ich so gar nicht. Das macht mich nervös, unruhig und unzufrieden. Ich lasse sogar ganz krass das Telefon klingeln, wenn wir gerade essen oder Besuch da ist. Und ich sehe es wie du. Was ich mache, möchte ich voll und ganz und aus vollem Herzen tun. Du hast das sehr schön und sympathisch geschrieben. Liebe Grüße
    Heike

    • Liebe Heike,
      so im nachhinein betrachtet, glaube ich auch nicht, dass ich es ‘konnte’. Darum ist es ganz gut, es jetzt anders zu machen.
      Und aus vollem Herzen etwas zu tun, ist immer schön. Auch fürs gemüt.
      Danke für deine lieben Worte.
      Ganz liebe Grüße
      Nicole

  9. Also es kommt schon vor, dass ich drei Dinge gleichzeitig erledige, aber mir ist auch klar, dass das auf Dauer zu keiner guten Lösung führt. Gerade, wenn es mal hektisch wird, versuche ich bewusst, etwas kurz in Ruhe zu erledigen.

    Beim Kochen zu telefonieren kommt allerdings häufiger vor, aber nur bei Alltagsküche. Zwiebeln schneiden und Pasta kochen kann ich auch beim Telefonieren.

    • Liebe Ines,
      manchmal lässt es sich ja auch nicht unbedingt vermeiden. Aber ich habe gemerkt, dass ich mehr bei der Sache bin- selbst beim Kochen. Und auch beim Telefonieren.
      Wobei das auch geht…
      Liebe Grüße
      Nicole

  10. Liebe Nicole, grundsätzlich freue ich mich schon sehr, dass manches gleichzeitig möglich ist und ich hinterher auch zufrieden bin.
    Beim Kofferpacken klappt es aber überhaupt gar nicht und das wird dann meist auch stressig. Da wir das aber sowieso bald verlernt haben…das mit dem Koffer…versuch ich es mal in Mono…wenn wir es mal wieder dürfen…. Ist ja dann wie Neustart 😉
    LG Conny

    • Liebe Conny,
      Kofferpacken in Mono ist für mich schon Hektik, obwohl ich immer kürzest vor Abreise packe… Vielleicht auch deshalb ;)?
      Aber bestimmt es beim Kofferpacken wie mit dem Fahrradfahren Spruch, das verlernt man nicht.
      Und packen dürftest du ja…. Wie wäre es so als Übung?
      Liebe Grüße
      Nicole

  11. Nach Möglichkeit immer schön eins nach dem anderen erledigen. Wenn man zu viele Dinge auf einmal erledigen will, ist es nur halbherzig. Das musste ich allerdings auch erstmal lernen. Und es gelingt mit (leider) nicht immer, mich daran zu halten.

    Der Mensch ist eben kein Computer.

    Liebe Grüße Sabine

    • Liebe Sabine,
      so ging es mir auch. Und ich dachte ja auch lange, dass alles gleichzeitig zu erledigen, hervorragend klappt.
      Jetzt gelingt es mir meistens, aber oft gehen auch die Pferde mit mir durch.
      Liebe Grüße und weiter gutes Daranhalten,
      Nicole

  12. Liebe Nicole, ich denke, durch so eine Phase gegen wohl viele. Bei mir war es auch in den Zeiten des Berufseinstiegs und der Wohnraumschaffung, wo ich regelrecht von einem Thema zum anderen geschlittert bin und dazwischen auch noch ein anderes eingeschoben habe. Teilweise habe ich mich gefühlt wie ein Jongleur, der eine Anzahl von Bällen in der Luft halten muss. Doch durch die vielen Aufgaben hatte ich immer das Gefühl, jede Minute am besten doppelt ausnutzen zu müssen, um sowohl dem Beruf als auch den privaten Angelegenheiten Herr zu werden. Mittlerweile gelingt es mir immer besser, mich nur auf eine Sache zu konzentrieren, aber wenn ich ein langatmiges Gespräch führe, dann kann es sehr wohl passieren, dass ich daneben auch mal schnell die Mails checke.
    Hab einen wunderbaren Tag und alles Liebe Gesa

    • Hihi, liebe Gesa,
      ich musste ein bisschen lachen. Denn bei mir ist es tatsächlich auch so, dass ich bei langatmigen Gesprächen gerne mal etwas nebenbei mache ;).
      Aber es ist schön zu lesen, dass du ansonsten auch immer mehr nur eine Sache machst.
      Es ist wirklich entspannender.
      Alles Liebe und einen richtig schönen Tag,
      Nicole

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