LifestyleStoff, aus dem Mode gemacht wird

Stoff, aus dem Mode gemacht wird

Meine Montagsgedanken sollen sich heute mit einem Thema beschäftigen, das mir neulich beim Einkauf quasi permanent über den Weg gelaufen ist: Ein Stoff, aus dem immer mehr Mode gemacht wird. Und ich könnte fast ein leider dranhängen.

Der Stoff für Mode, immer weniger Natur?

Ich hatte euch ja schon erzählt, dass ich DEN Fang meiner Wunschliste gemacht habe. Nach über zwei Jahren habe ich meinen Nadelstreifenblazer gefunden. Meine vorformulierten Ansprüche an dieses Teil waren sehr hoch, sodass in diesem Fall nicht unbedingt die Modeindustrie oder ihre Stoffe schuld waren, dass es so lange gedauert hat. Sondern mein Wunschdenken.

 

Aber ich habe hierbei wieder einmal gelernt, was man immer so lax formuliert: Das Teil wird dich finden, so du es wirklich brauchst.

Montagsgedanken- Stoff, aus dem Mode gemacht wird

Da ich neulich ein wenig Einkaufslust verspürte, habe ich mich auf den Weg gemacht, um meine Wunschliste zu bearbeiten. So die Hoffnung.

Und dabei ist mir schmerzlich bewusst geworden, dass es immer weniger für mich ‚gute‘ Materialien gibt. Und sogar immer weniger natürliche Materialien. Empfindet ihr das auch so?

Meine Krux mit Polyester

Um mein Einkaufsverhalten zu erklären: Ich gebe wirklich gern, wenn es denn passt, Geld für Kleidung aus. Wenn sie mir qualitativ gut erscheint, wenn ich weiß, ich trage sie gern auch lange.

Für Dinge, die mich ein bisschen triggern, ich mir aber nicht sicher bin, freue ich mich immer über günstigere Preise. Oder ich kaufe sie nicht.

Für mich muss aber immer ein höherer Anteil an Natur oder Viskose in einem Kleidungsstück sein als Polyester. Mich macht dieser Stoff nervös: Es kribbelt an mir, meine Haare elektrisieren, ich fühle mich schwitzig und unwohl damit.

Im Sommer geht es bei kurzen Sachen noch, denn da schaut Natur raus und ich bin nicht so eingekesselt. Bei einigen wenigen meiner Tücher ist es genauso.

An diesem Tag jedoch war es schlicht furchtbar: Ich habe wirklich zauberhafte Sachen gesehen, aber der große Teil war aus recyceltem Polyester. Und auch wenn ich dem Ganzen noch eine Chance gegeben habe. Es war für mich nicht tragbar. Im wahrsten Wortsinn.

Stoffe, aus denen die Mode ist

Auch bei mir im Kleiderschrank gibt es Polyester- natürlich. Aber mir fehlt wirklich in letzter Zeit ein höherer Naturfaser- oder eben Viskose/Lyocellanteil, wenn ich nach neuen Sachen suche. Und das ist eben nicht nur bei den sogenannten Billigketten der Fall, sondern ich treffe immer wieder darauf. Obwohl ich sagen muss, dass zwei meiner Lieblingsgeschäfte da schon achtsamer sind.

Sehr häufig ist es sogar so, dass ich mir ein (teuereres) Teil nicht kaufe, weil mir die Materialien nicht zusagen. Kennt ihr das auch?

Montagsgedanken- Stoff, aus dem Mode gemacht wird

Ich schaue darum auch immer zuerst aufs Schild, wenn mir ein Teil gefällt. Worüber hier beim gemeinsamen Bummeln schon gegrinst wird. Und kaufe es dann oft schwersten Herzens nicht. Weil ich keine Tragefreude daran hätte.

Die Stoffe, aus denen Einkaufsträume sind

An jenem Tag durfte also nur das Streifenhemd mit, denn es besaß alle Eigenschaften, an denen ich mich auch nach dem Einkaufe noch lange erfreue.

Ich suche also weiter, um doch noch das eine oder andere Teil eventuell zu finden. Aber Polyester und ich- dieser Stoff und ich, wir werden keine Freunde mehr.

Outfit der Woche- Mustermix light

Wie ist das bei euch? Achtet ihr auf Materialien? Reagiert ihr darauf? Oder ist es euch egal?

Give your life a glow,

Eure Nicole

 

18 Kommentare

  1. Ob ich etwas kaufe hängt von folgenden Faktoren ab
    * Passform
    * Farbe
    * Schnitt
    * Material
    * Wohlfühlfaktor

    Wenn das nicht passt, ist alles „zu teuer“.
    Ich habe wirklich „einen“ Schrank voller Liebslingsklamotten. Einkaufen muss ich so schnell nicht. Und mach ich auch nicht.

    Und Du hast recht. Material, Verarbeitung und Passform haben nachgelassen. Dafür ist alles doppelt so teuer als vor 10-20 Jahren.

    BG Sunny

    • Ja, das stimmt, wenn die Kriterien nicht erfüllt werden, ist alles zu teuer.
      Und etwas mehr würde ich natürlich bezahlen, aber dann müssen auch Qualität und Passform Bestand haben.

      Viele Grüße
      Nicole

  2. Für mich ist es selbstverständlich, Kleidung zu kaufen, deren Material angenehm für meinen Körper ist und die ich gut trage. Es muss nicht 100% von irgendetwas sein, es ist nur so, dass das Stück Qualität hat und auch den Preis, den ich mir leisten kann.
    Liebe Grüße,
    Claudia

    • Ja, genauso sehe ich das auch, liebe Claudia. Wenn du allerdings kaum noch eine Wahl(weil das Schöne kein gutes Material hat oder viel zu teuer ist) hast, dann finde ich es ein bisschen schade.Da war meine Wahrnehmung früher eine andere.
      Liebe Grüße
      Nicole

  3. Manche Kleidung Preise sind tatsächlich nicht gerechtfertigt. Einige teure Marken bieten auch teilweise schlechtere Qualität als die günstigeren Marken. Polyester von Heute ist natürlich ganz anders als vor 20 Jahren. Auch bei der Kleidung aus Kaschmir oder Wolle wird Polyamid reingemischt damit die Sachen weicher und kuscheliger sind. Da gebe ich zu, dass mir die paar % Poly nicht stören. Die Verarbeitung und Qualität muss natürlich stimmen. Liebe Grüße!

    • Wenn es ein paar Prozent sind, dann stört es mich auch nicht. Aber wenn es zu viel ist, dann stört es mich und meinen Körper ;).
      Und du hast Recht- bei manchen hochpreisigeren Firmen ist die Qualität auch nicht immer gut.
      Liebe Grüße
      Nicole

  4. Liebe Nicole,
    es gibt da echte Wolle (die krabbelt) und es gibt 100 % Erdöl (die schon beim Angucken knistern und die Frisur steht aufrecht), das geht so gar nicht. Bei Mischzeug muss ich immer anfassen. Und ja, da kann irgendwas noch so nett aussehen. Wenn ich das Gefühl habe, nach 5 Minuten habe ich eine tragbare Sauna an, wird das nix. Und bei Krabbel bin ich schneller aus dem Teil raus, als man gucken kann. Na denn, ich muss noch Outfit für morgen überlegen.
    Liebe Grüße
    Ilka

    • Du beschreibst es ausgezeichnet, denn so ist es in der Tat.
      Und ich empfinde das ganz genauso.
      Ich hoffe, du hast ein schönes Outfit gefunden.
      Liebe Grüße
      Nicole

  5. Mittlerweile probiere ich es aus, fasse es an. Denn tatsächlich gibt es, meist Gemische, die wirklich klasse sind. Meist war es etwas hochpreisiges. Aber ganz oft bin ich völlig raus. Da geht es mir wie Dir. Knistern geht gar nicht. Die Hersteller tun sich sicher such schwer, Nachhaltig sollen sie produzieren und natürliche Materialien nutzen… Es sollte wohl weniger hergestellt werden. Ein gutes Beispiel für mich und wahnsinns Qualität ist meine my marini Badehose. Aus recyceltem Ozeanplastikmüll und sooo toll und angenehm. Da kann nix mithalten für mich.
    Mit den Kommentaren geht mir wie Ines. Klasse ohne freigeben.
    Liebe Grüße Tina

    • Danke für dein Feedback zu den Kommentaren.
      Die Badehose klingt klasse. Wenn man solche Teile hat, dann ist das Gold wert. Mein Eindruck ist, dass das Knistern schlimmer wird. Und genau die Anzahl dieser Teile eben auch zunimmt. Das finde ich nicht so schön.
      Aber wir werden immer etwas Gutes finden. dessen bin ich mir sicher.
      Hab einen schönen Start in die Woche und liebe Grüße
      Nicole

  6. Bei dem Thema bin ich sowas von ganz bei Dir … es ist gruselig, was für schicke Tops es im Sommer gibt oder zum Unterziehen unter Blazern für viel Geld aus 100 % Plastik. Sieht gut aus, fühlt sich aber schlimm an. Auch bei Tüchern kommt das Material für mich nicht in Frage. Nicht mal mehr anteilig. Lediglich bei Outdoorjacken und Sportkleidung ist Poly wirklich O.K. für mich. Wobei es auch Mikrofaserartikel in der Mode gibt, die nicht schwitzig sind, bei Blazern werden die manchmal erfolgreich eingesetzt. Aber da schaue ich ganz genau hin, ebenso bei Stretchhosen und Jeans mit hohem Elasthananteil.

    Bei Viskose bin ich auch ziemlich raus. Das kaufe ich zwar noch in einigen Teilen, aber ich habe so schlechte Erfahrungen gemacht mit Einlaufen, Ausbluten und Pilling – allgemein und krass bei einer Nachhaltigkeitsmarke, von ich viel gekauft habe. Nur bei Tüchern mache ich manchmal noch eine Ausnahme bei Viskose, weil die selten gewaschen werden und deshalb wenig leiden.

    Meine bevorzugten Materialien sind eindeutig weiche Wolle, Baumwolle und Kaschmir.

    Bleib Dir treu!

    PS: Ich finde es übrigens total schön, dass die Kommentare bei Dir seit einiger Zeit sofort freigeschaltet sind. So kann man, wenn man mag, schon mal sehen, was andere geschrieben haben.

    • Ich gebe dir in allen Punkten recht und freue mich, dass du es auch so siehst. Zusammen ist man weniger allein.
      Gerade neulich habe ich wieder die tollsten Teile gesehen, alle, wie ich sie mir ausgemalt habe. Und dann: Knisterte es. Aber eben nicht vor Liebe, sondern vor geladen sein.
      Ich versuche wirklich konsequent, da bei mir zu bleiben.
      Mit Viskose habe ich bisher noch keine negativen Erfahrungen gemacht. Nur einmal mit Lyocell (ist ja auch Viskose), als das schöne und leichte Glänzen direkt nach dem Waschen verschwunden war.

      Bei bestimmten Jacken kann man es ja auch manchmal kaum vermeiden, aber ansonsten..

      Danke für deinen nette Anmerkung zu den Kommentaren.
      Ich wünsche dir eine feine Woche und liebe Grüße
      Nicole

  7. Liebe Nicole, da rennst Du bei mir offene Türen ein.
    Auch wenn es nun immer mehr recyceltes Polyester gibt, so bleibt es doch Polyester. Ich kann es auf der Haut und an der Haaren – elektrisch – auch nicht leiden und kaufe nichts dergleichen. Verkaufen im Shop schon gar nicht und das seit 15 Jahren.
    Das beste Polyester ist für mich immer noch das, was gar nicht hergestellt wird, zumindest für Kleidung. Wobei ich natürlich weiß, dass auch Baumwolle u.a. in der Produktion oft bedenklich ist. Aber das ist ein anderes Thema… Es ändert sich gerade viel im Bereich Green Fashion und ich bin nicht mehr so ganz auf dem Laufenden. Ist aber ein guter Anstoss, mich wieder mehr damit zu beschäftigen. Danke dafür!
    Herzlich, Sieglinde

    • Es ist für mich immer wieder ‚beeindruckend‘, wie viele es tatsächlich vertragen und ich bin froh über jeden, der es, so wie ich, auch nicht vertragen kann. Zeigt es doch, dass ich nicht so besonders dabei bin.
      100% Green wird wohl nie klappen denke ich. Aber Ansätze sollten da sein. Ich habe jedenfalls gerade etwas sehr Schönes aus Naturmaterialien gefunden 😉
      Hab eine schöne Woche und liebe Grüße
      Nicole

  8. Mal so, mal so…
    Ich schaue vor allem nach der Haptik eines Kleidungsstücks und nach der Funktionalität. Sportkleidung mag ich zum Beispiel lieber in einer Mikrofaser-Qualität, weil man darin eben nicht so schnell schwitzt. Ebenfalls Jacken und Mäntel. Ansonsten trage ich gerne Baumwolle und Viskose, aber auch eine Mischung dieser Materialien mit Polyacryl. Manche Sachen funktionieren mit Naturfasern einfach nicht. Reine Wolle beispielsweise finde ich fürchterlich.

    Liebe Grüße
    Sabine

    • Haptik ist ein großes Thema bei mir. Darüber wird sich hier im Haus oft belustigt, denn ich fasse alles an, bei Wolle streiche ich am Hals entlang 😂
      Und klar, Mikrofaser ist absolut ok. Aber komischerweise habe ich bei manchen Sachen dieses elektrische Gefühl auch nicht und bei anderen schlagen Haut und haare sofort Alarm.

      Bei der Wolle kommt es bei mir auch immer darauf an- sie darf keinesfalls kratzen.
      Hab eine schöne Woche und liebe Grüße
      Nicole

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Autor

Nicole

Life with a glow ist mein Lifestyle Blog, in dem ich über das Leben ü40/ü50 schreibe. Spaß, Freude und Neugier sind niemals eine Frage des Alters sondern der Einstellung. Ich freue mich auf euch!

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