
Glimmer klingt wie Glow, oder? Mich hat der Buchtitel direkt angesprochen, weil ich positive Trigger schon in meiner Fantasie schöner finde als die echten Trigger.
Davor bin ich nicht immun, auch wenn ich mich da immer besser abgrenzen kann.

Glimmer als positiver Trigger, wie geht das denn?
Wenn du dein Leben bewusster wahrnehmen kannst, den Dingen, die dir Freude bereiten, Raum gewährst, dann bist du schon auf einem sehr guten Weg, den Glimmer zu kennen.
Dass vermeintliche Glimmer aber auch Unzufriedenheit und Veränderung herbeiführen können und wir lernen dürfen, dass es echte Glimmer und darum auch Fake-Glimmer gibt, das beschreibt Bernhard Tewes in seinem Buch.
Da ich auf meiner To-want-Liste auch stehen habe, dass ich mehr Sachbücher integrieren möchte, war das also auch schon einmal den Haken wert.

Was möchte das Buch bewirken?
Der Autor möchte mit diesem Buch aufzeigen, dass das Schaffen positiver Glimmer das Leben vereinfachen kann, zu mehr Zufriedenheit und Resilienz beitragen kann, dass wir uns von ungesunden Antworten auf Trigger verabschieden und Glimmer dann sinnvoll einsetzen können.
Er zeigt das an sehr drastischen Beispielen auf:
- Da ist der Koch, der auf die Ansprüche seines Chefs und den Stress mit noch mehr Arbeit, noch mehr Nikotin und Essen reagiert
- Da ist der Autor selbst, der jahrelang bei einer Eventagentur gearbeitet hat und den Konkurrenzkampf mit Alkohol und Nikotin einzudämmen versucht hat
- Da gibt es die Kunstlehrerin, deren eigene Liebe zur kreativen Kunst im Alltag verloren gegangen ist und die unglücklich ist
- Da verleugnet die talentierte Fotografin ihr Können, weil sie kurzfristig aus der viel höheren Anzahl an Likes aus ihren TikTok-Videos mehr Befriedigung und Wertschätzung zieht. Dann aber irgendwann merkt, dass sie sich selbst aufgibt.
Allein diese Beispiele und das Buch bietet noch einige mehr, zeigen auf, dass all das, was viele bei solchen Triggern tun, ist: aufgeben oder sich in eine (ungesunde) Ersatzbefriedigung ergeben.

Wie wir lernen, den Glimmer hervorzurufen
Das Buch hat mich ein wenig an mein Seelenglück erinnert, jedoch geht es natürlich noch viel tiefer. Denn es zeigt Möglichkeiten auf, wie wir diese kleinen Glanzpunkte in unserem Leben verwurzeln können und an den nicht so guten Tagen auf sie zurückgreifen.
Selbsterkenntnis und Selfcare
Funktionieren kann das selbstverständlich nur dann, wenn wir uns über diese schlechten Momente und wie wir sie zuzudecken versuchen, klar sind und werden. Zu erkennen, dass das Ersatzverhalten nicht gesund ist. Zu sehen, was uns an Glanzpunkten fehlt und wie wir sie uns erschaffen können.
Am Beispiel der Kunstlehrerin war es, dass sie selbst das Malen und Zeichnen komplett aufgegeben hat. Als sie wieder anfing, ging es ihr nach kurzer Zeit so viel besser. Dabei und bei allen anderen schönen Momenten geht es nicht um Perfektion. Es geht darum, dass es sich für dich gut anfühlt.
Hierbei nennt der Autor immer wieder Beispiele und du kannst auch selbst anhand von Fragen erkunden, wie du dir diese besonderen Momente schaffst. Mit der Zeit gelingt es dabei auch immer mehr, sich die Frage realistisch zu beantworten: Wer bin ich (gerade)? Wer und wie möchte ich sein?

Der Weg des Autoren
Im Hintergrund spielt die eigene Lebens- und Erkenntnisgeschichte des Autors eine große Rolle. Er hat sich aus dem alten Job verabschiedet und sich neuen Zielen, nämlich einer Hypnosepraxis und dem Teilen seiner Erfahrungen, zugewandt.
Was hat mir das Buch also an Erkenntnissen gebracht?
Ich mag es immer sehr, die Wege und Entwicklungen von Menschen zu verfolgen. In diesem Buch ist es faszinierend zu erleben, dass sie sich oft ihrer Probleme und Ängste nicht bewusst waren, weil sie sich in ihrem Alltag nicht mehr zugehört haben.
Bei einigen waren es kleine Stellschrauben und Rituale, die vieles zum Guten gewendet haben und das Leben bereichert haben.
Sehr interessant waren für mich die sogenannten Fake-Glimmer, die wir selber erschaffen, die uns aber in den meisten Fällen gar nicht so guttun, wie wir annehmen. Der Weg zu den wahren Glimmern, die dann Besserung und Stärke erzeugen, ist jedoch gar nicht so steinig, wie wir glauben.
Außerdem ist mir beim Lesen sehr klar geworden, dass das, was mich triggert, auch oft wirklich sehr klein ist im Vergleich zu den Triggern im Buch. Da werde ich für mich in Zukunft noch genauer hinschauen, ob es die Aufregung und Lebenszeit wirklich wert sind.

Wie mir das Buch gefallen hat
Ich war bei Cover und Titel Feuer und Flamme und wollte dieses Buch unbedingt lesen und rezensieren. Als ich begann zu lesen, empfand ich es als ziemlich hart, weil mich das Thema Süchte immer tief berührt.
Einen kurzen Moment habe ich also gezweifelt, ob es etwas für mich ist. Beim Weiterlesen ist mir deutlich geworden, dass das Thema sehr spannend ist, gerade auch wegen der vermeintlichen Fake-Glimmer.
Mir gefallen die Ansätze und Impulse des Autors sehr gut und die Lösungen sind zu gut nachzuvollziehen.

Das Buch ist also eine Empfehlung an alle, die das Thema so fasziniert wie mich und jene, die Impulse brauchen auf dem Weg, ihre eigenen Träume und Wünsche ohne Perfektionismusgedanken wieder einmal wachzurütteln und zu leben.
Wäre das ein Buch für dich? Kanntest du Fake-Glimmer?
Alles Liebe,
Eure Nicole
Der Link zum Buch ist ein reiner Hinweis. Ich verdiene nichts daran und wurde nicht für diesen Beitrag bezahlt. Herzlichen Dank an den Rowohlt-Verlag, dass sie mir dieses Buch zur Verfügung gestellt haben und für die freundliche und zuverlässige Zusammenarbeit.






Hey, das klingt super interessant!
Liebe Grüße!
Das war es auch.
Liebe Grüße
Nicole
Ha, und keiner Nachtrag: Aus welcher Dachterrasse hast du das Buch gelesen? Erkennen meine fehlsichtigen Augen da etwa Istanbul? Falls ja: Ich bin neidisch. Eine so großartige, wimmelnde, eilige, freundliche und überwältigende Stadt!
Liebe Grüße
Fran
Äh ja, du solltest deinen Augen etwas mehr Vertrauen schenken. Das beeindruckt mich gerade vollends. Ich war drei Tage dort, habe zu wenig gesehen und war dieses Mal Feuer und Flamme.
Liebe Grüße
Nicole
Hm.Läst man mal beiseite, dass mit der Psychologisierung der Menschheit Begriffe wie Trigger immer auch so ein bisschen banalisiert werden (es ist irre, was einen alles „triggern“ kann, bis hin zur Staubfluse auf dem Boden – dabei ist ein Trigger eigentlich etwas, was einen Flashback bei einer PTBS auslöst…), dann ist es doch eigentlich gar nicht soooo erstaunlich, dass das „Zudecken“ von unschönen Gefühlen oder Momenten langfristig gar nicht funktionieren kann. Das ist halt nix anderes als das gute alte „unter den Teppich kehren“. Funktioniert, bis man über die hügelige Teppichlandschaft stolpert.
Mich wundert durchaus, dass diese „good vibes only“-Strategie gerade in den sozialen Medien immer noch von so vielen Menschen propagiert wird. Wenn es einem nicht gut geht, hilft bestimmt der Kauf einer neuen Tasche ;-) Aber wenn es einem dann um die Ohren fliegt, gibt es ja ganz sicher Online-Kurse für ein erfülltes Leben.
Liebe Grüße
Fran
Ja, da bin ich bei dir. Darum gefiel mir sehr, dass das hier so prägnant dargestellt wurde. Denn ich bin mir sicher, dass es immer noch einige Menschen gibt, die diese Fake-Glimmer für sich noch nicht wahrnehmen.
Bei allem anderen bin ich absolut bei dir.
Liebe Grüße und ein Tag voller schöner Dinge,
Nicole
Guten Morgen Nicole, ist es nicht ein alter Hut mit neuem Namen?
Ich glaube im Grund weiß jeder was besser wäre als eine Ersatzbefriedigung , Fake – Glimmer, und Flucht in eine mögliche Sucht?!
Klar möchte man nicht immer sein Leben komplett verändern, aber kleine Dinge reichen oft schon.
Ja Netlix und Co ist auch mein Tambourine man und sicher auch mein Blog.😉
Einen schönen Mittwoch wünsche ich Dir, herzliche Grüße Tina
Ps ich finde Du machst mit Deinem Seelenglück alles richtig. Negativen Triggern wenig Chance einzuräumen sie aber dennoch zu fühlen, also wahrzunehmen ist auch wichtig für die Gefüflswelt.
Ja und nein. Ich glaube aber, dass einige sich dieser Fake Glimmer nicht bewusst sind. Und dafür ist das Buch wirklich gut geeignet.
Ich danke dir für deine lieben Worte.
Hab einen schönen Abend und ganz liebe Grüße
Nicole
Liebe Nicole,
dein heutiger Beitrag erinnert mich daran, wie ich mir vor einigen Jahren beim Hören von alten Bob-Dylan-Songs Gedanken darüber gemacht, wie universell einsetzbar und damit oft hochaktuell seine Texte doch sind. Konkret geht es um dieses Stück https://www.bobdylan.com/songs/mr-tambourine-man/
Dylan beschreibt unerfüllte Sehnsüchte und daraus folgernd die Anfälligkeit für die fröhliche (jingle jangle) Melodie des „Tambourine Man“ und den Wunsch, ihm aus der Wirklichkeit heraus in eine andere, vermeintlich bessere Welt zu folgen.
Damals notierte ich folgendes dazu:
“Wer möchte nicht den ganzen Scheiß des Lebens vergessen und morgens unbelastet davon aufwachen?
Wer möchte nicht glücklich am Strand tanzen und alles Negative von den heranrauschenden Wellen schlucken lassen?
Wer ist nicht hin und wieder so müde/ überdrüssig, dass es nur noch dazu reicht, sich der Illusion hinzugeben, dass ein Tambourine Man kommt, der einen für einen Moment entspannt und die Wirklichkeit ausblendet? (Ich glaube, der Tambourine Man von 2022 heißt mit Nachnamen Netflix. Oder so.)“
Um also deine Frage zu beantworten – natürlich kenne ich Fake-Glimmer und an manchen Tagen reicht es auch nicht für mehr. Aber, und dies ist wirklich ein riesengroßes aber, ich erkenne sie als solche und akzeptiere sie stillschweigend, wohl wissend, dass ich etwaige Problemstellungen nicht löse, sondern mir lediglich etwas Luft verschaffe.
Mein Zweifel geht allerdings in die gesamtgesellschaftliche Entwicklung – ob so hehre Tugenden wie z.B. Selbstreflexion nicht unter der dauerhaften Beschallung der Tambourine Men unserer Zeit verschwinden?
Gespannt auf die anderen Antworten zu deinem Beitrag grüßt
Marie
Hallo liebe Marie,
du bringst es auf den Punkt: Wenn du sie erkennst und nicht jedes Mal als Ersatz nimmst, dann weißt du (und das weiß ich) auch genau, wie eine echte Auszeit geht.
Ich schließe mich dir an, dass zuviel Input nicht immer guten Output bringt. Selbstreflexion ist da ein gutes Thema. An sich positiv besetzt geht durch drölf Millionen Anleitungen und das wann und wie schon das Echte verloren.
Auch wenn an ihr selbst nicht schlechtes ist.
Du triffst es sehr gut.
Ich schicke dir echten Glow und liebe Grüße
Nicole
Von Fake-Glimmer habe ich tatsächlich noch nie gehört. Klingt aber logisch am Beispiel von Social Media. Du hattest ja schon mal davon geschrieben, dass in der letzten Zeit viel gejammert wird über den Algorithmus bei Instagram und über die fehlende Reichweite. Das trifft es für mich auf den Punkt. Auf jeden Fall klingt das Buch interessant.
Liebe Grüße
Sabine
Ich hätte sie nicht als solche, sondern als Ersatzbefriedigung bezeichnet, aber es stimmt. Es war auch wirklich spannend zu lesen.
Einen Mittwoch voller Glow und liebe Grüße
Nicole
Das Wort Fake-Glimmer kannte ich nicht. Wofür ich Aufreger und Lebenszeit verschwende, steuere ich meistens erfolgreich. Nicht immer natürlich – aber oft genug.
Hab einen schönen Tag ohne Aufreger!
Das klingt ziemlich gut, ich arbeite dran.
Liebe Grüße
Nicole