LifestyleWie wir unsere Reise nach New York planten

Wie wir unsere Reise nach New York planten

Planung und Wirklichkeit- wie sehr klaffte unsere Planung der New-York-Reise mit der Wirklichkeit auseinander? Was war und erwies sich dann auch als wichtig? Als wir unsere New-York-Reise planten, war die Wurzel vage Erinnerung, gedankliches Must-Have und ein Reiseführer. Aus der in einer Woche ein kräftiger Erinnerungsbaum wachsen sollte.

Mein Mann meinte, nachdem er das Hotel ausgewählt hatte, wäre ich nun dran. Er hatte nur zwei Bedingungen: a) dass wir viel sehen b) sollten die MET und ein Musical dabei sein. Das war ja ein Kinderspiel, oder?

Die Planung konnte also beginnen

Da saß ich nun mit meinem Reiseführer, unseren musikalischen Vorstellungen, einer Karte und dem Internet und überlegte, was wir (sehen) möchten.

Also erstellte ich erst einmal eine grobe Liste:

  • Empire State Building
  • die diversen klassischen Kaufhäuser
  • Central Station
  • Wall Street
  • Brooklyn und seine Bridge
  • Broadway
  • Flat Iron Building
  • One World Tower
  • 9/11 Memorial
  • Statue of Liberty und Ellis Island
  • The Vessel und Hudson Yards
  • Central Parc
  • MoMa und Guggenheim Museum
  • Manhattan
  • 5th Avenue
  • MET
  • Musical
  • Tiffany
  • Chelsea
  • High Line Park
  • Greenwich Village und SoHo
  • Manhattan
  • Magnolia Bakery
  • Fürs Tochterkind einige Schauplätze von Gossip Girl besuchen und fotografieren
  • Rockefeller Center
  • Bryant Park und die Library
  • Little Italy und Chinatown

 

So weit also der grobe Plan. Da uns die Erfahrung in manchen Städten (besonders in Berlin) gelehrt hat, dass nahe Distanzen in einem Stadtplan nicht unbedingt bedeutet, dass sie auch wirklich nah zusammenliegen, habe ich vorsichtig Tage strukturiert.

Das erwies sich im Nachhinein als sinnvoll, denn so haben wir viele Dinge angeschaut und wussten in etwa, wo sie liegen. Und stellten fest, dass in New York vieles tatsächlich so nah ist oder i(m männlichen Volksmund) einen kurzen Gang voneinander entfernt sind.

 

Was haben wir fest gebucht?

Zugegeben, die Versuchung, alle Eintrittskarten im Voraus zu buchen, ist groß. Und vielleicht vernünftig. Aber wir haben außer des Musicals und der MET nichts vorab reserviert und gebucht. Wir haben auch keine geführte Stadtrundfahrt gemacht.

Es erwies sich aufgrund des Wetters, das es leider in den ersten Tagen gar nicht gut mit uns meinte, auch als einleuchtend. Und es verschafft natürlich auch Zeit, die man im Schlendrian aka mit offenem Mund Wolkenkratzer anstarren und fotografieren verbringen kann.

So war also die Fragen aller Fragen: Was wollen wir in der MET sehen? Welches Musical ist das richtige für uns? Und unser Portemonnaie?

Denn ich habe mich ganz schön auf den Hintern gesetzt und das nicht nur in der Vorstellung.

Buchen von Oper und Musical Karten

Das System ist wirklich zauberhaft einfach 8oder eben amerikanisch) gelöst, denn es geht super online, man bekommt seine Tickets ebenso und braucht kein Papier. Bei den Musicals gibt es sogar kleine Zusammenfassungen auf der Webseite, sodass man sich einen ersten Eindruck verschaffen kann.

Unser Abend in der MET

Bei der MET gibt es ein übersichtliches Programm und man kann prima wählen und buchen.

Wir haben uns für Tosca entschieden und es war eine phantastische Vorstellung in italienischer Originalsprache. Ein feines Gimmick am Rande: In den Sitz vor dir ist ein kleiner Bildschirm installiert, wo du deine Sprache auswählen kannst um die Übersetzung zu sehen.

 

Aber ich sage euch, das war die beste Oper meines Lebens. Natürlich, weil es in New York und in der MET war. Aber auch: Oper in Italienisch ist derart emotional, das ist eine richtig feine Sache.

Dazu tolle Kostüme und nichts Modernes hinein interpretiert, ich war beseelt.

War ich von außen (also vom Gebäude selbst) noch relativ unbeeindruckt von der MET, im Inneren war es wunderschön. Selbst ein goldenes Glas Wein aus einem Plastikbecher in der Pause war ein Erlebnis.

Klasse ist auch, dass überall Wasserspender stehen, an denen man sich kostenlos bedienen kann.

Und der Dresscode? Es war ALLES dabei: Jeans, Bikerjacke, eleganter und Ballkleid und Frack. Und auch wenn ich ja sonst der Meinung bin, dass man sich ’schön‘ macht für ein derartiges Event, irgendwie passte das hier alles zum New Yorker Flair. Komisch, oder?

Ganz zufällig haben wir dann noch das Hotel von Chuck Bass gefunden, ich war gedanklich sofort in der Szene, wo er seinen Vater vom Dach schubst.

New York Planung

Es war also ein sehr gelungener Abend.

Entscheidungsfindung beim Musical

Aus einigen Beiträgen wisst ihr ja schon, dass Entscheidungen jetzt nicht unbedingt mein Steckenpferd sind.

So war es auch beim Musical. Denn da gibt es ganz schön viele… Als der Mann und ich uns näher kennenlernten, war das Phnatom der Oper gerade der letzte Schrei und es war damals (es gab schon Farbfernseher!) ein Riesending für mich.

New York Planung

Somit war die kurze Überlegung, ob wir die Geschichte aufleben lassen. Ich habe mich dagegen entschieden und wirklich sämtliche Musicals angeschaut- ihr könnt euch vorstellen, es sollte ja ‚richtig‘ sein.

Dann habe ich das Ausschlussprinzip zu Rate gezogen:

  • Musicals, die hier auch aufgeführt werden, wollte ich nicht unbedingt sehen
  • Der Preis für eine Karte (auch hier: ouha)
  • Für den Mann durfte es nicht zu schillerig sein

Am Schluss war ich ganz schön überfordert, ihr könnt es euch denken. Zwei musste ich ausschließen, weil die Preise an diesen Abenden wirklich astronomisch hoch waren. Und so blieb ich bei Chicago hängen.

Es überzeugte mich wegen seiner Schlichtheit und weil es sich schon so lange hielt. Ich hatte noch nie davon gehört, keinerlei Erwartungen, also haben wir es gebucht.

Das Musical war wirklich schlicht, es gab kaum Bühnenbild, das Orchester war auf der Bühne (was sehr cool war), das Theater sehr klein, es waren auch Schauspieler reiferen Jahrgangs dabei.

Nach dem stressigen Beginn war es ein besonderes Erlebnis. Stressiger Beginn?

Wenn deine E-Mail Erinnerung an das Musical in deinem Postfach landet, dann ist es ein satter Tipp von mir, noch einmal auf die Anfangszeit zu schauen.

Sonst kann es nämlich passieren, dass man seinen Frischkäsebagel mit Lachs auf den Teller wirft, ruckartig das Diner verlässt und hinter einem laufgewohnten Ehemann hinterhersprintet, um dann atemlos und von einer (echten) Taschenlampenplatzanweiserin auf seinen Platz gebracht zu werden. (Anm. der Redaktion: Ähnlichkeiten mit den Reisenden in diesem Beitrag sind ganz bewusst und leider nicht zufällig!)

Uns gefiel das Musical gerade, weil es so anders war.

Hier habe ich noch einen guten Tipp für euch:

Wenn ihr irgendwann in New York sein solltet: Am Broadway gibt es einen sogenannten Last-Minute-Stand, wo Resttickets verkauft werden. Wenn man also sehr flexibel in der Auswahl des Musicals und Tages ist, kann man dort feine Schnäppchen machen.

War das die Planung für New York?

Ja, das war sie in groben Zügen. Ich kann euch heute schon sagen, dass wir alle Punkte der Liste und ein paar obendrauf abgelaufen und teilweise auch gefahren sind. Jeder Einzelne hat sich gelohnt. Auch, dass wir sie geplant ungeplant besucht haben. Im nächsten New York Beitrag werde ich euch von meinen persönlichen ‚Das muss man gesehen haben‘- Punkten berichten.

New York Planung

Im Prinzip muss man natürlich alles gesehen haben, wenn man schon einmal dort ist, aber es gab doch einige Punkte, die mich besonders beeindruckt oder berührt haben.

Plant ihr eure Reisen bis ins Detail? Oder lasst ihr euch auch gerne treiben?

Give your life a glow,

Eure Nicole

 

 

 

14 Kommentare

  1. Klingt gut. Mit den spontanen Musical Karten, haben wirs 93 so in London gemacht. Es gab… Das phantom. 😁
    In Rom hätte es sich rentiert, Karten für den Vatikan vorzubestellen, in Mailand für den Dom. Den Peloponnes hab ich, aus dieser Erfahrung lernend, dann besser vorbereitet.
    BG Sunny

    • Das Phantom ist auch toll. Und irgendwann möchte ich es auch noch einmal sehen.
      In Rom waren wir schnell drin, in Mailand war ich leider noch nicht.
      Aber es ist immer gut, wenn man den für sich richtigen Weg findet.
      Viele Grüße
      Nicole

  2. Ich plane meine Reisen, einschließlich Eintrittskarten für Museen, Konzerte usw. Manchmal buche ich sogar einen Tisch in Restaurants im Voraus, wie zum Beispiel in NY, wo ich einen Tisch in der brasilianischen Churrascaria Fogo de Chao in Manhattan reserviert habe. Gleichzeitig lasse ich immer Freiräume, um die Stadt frei zu erkunden.
    Du hast toll gemacht und ich freue mich, dass du die Stadt in vollen Zügen genießen könntest!
    Liebe Grüße,
    Claudia

    • Als wir die Reise das erste Mal planten, da haben wir den Tisch, aus Gründen, auch reserviert. Und uns zwei Jahre später nicht ans Restaurant erinnert 😵‍💫.
      Wichtig finde ich immer, dass jeder seine Weg der Ruhe bei einer solchen Reise findet. Hier war es genau richtig und bei dir ist es das auch.

      Und ich danke dir für deine Mitfreude.
      Liebe Grüße
      Nicole

  3. Oh ja früher habe ich auch so geplant. Was will ich sehen, wo ist es und dann so Tagesplan, allerdings nicht zu straff geplant, erstellt. Hat für das erste Mal Paris mit Kleinkindern wunderbar geklappt. Heute bin ich oft einfach spontan, weil ich auch so gern beobachte und auch nicht mehr durch die ganze Stadt rennen kann. Für New York würde ich mir aber auch einen Plan machen. Einen kleinen. 😊 Hach ich freu mich und hoffe Du erzählst und zeigst noch ganz viel. Sieh da das Empire Hotel, was hab ich mitgefiebert mich Chuck. 😂
    Liebe Grüße Tina

    • Es war wirklich ein derartiges Déja-vu, zumal die Terrasse immer noch so beleuchtet ist… Wir haben diese letzte Folge bestimmt 4000mal angeschaut.

      Und ich erzähle gerne noch ganz viel.

      Liebe Grüße
      Nicole

  4. Also, ich freu mich total, dass du so ein schönes Erlebnis in der Oper hattest. Das schafft ja besonders schöne Erinnerungen und Reiseerlebnisse. Kann ich total gut nachvollziehen.

    Was NYC angeht, da plane ich kaum noch was. Das habe ich mir nach einer Weile abgewöhnt, weil ich nämlich auch so tolle Listen hatte, wie du, die sich dann aber schnell erledigt haben, weil ich einfach anfing, mich treiben zu lassen.

    Wobei es tatsächlich ein paar Dinge auf meiner Liste gab, wie einen der ältesten Plätze der Stadt oder das ehemalige Wohnhaus von Alexander Hamilton, das musste sein.

    Ich lese Reiseführer für einen groben Überblick, wie anfangs bei Antwerpen. Versuche meine Top 5 zu finden und lasse mich dann treiben oder mir auch was empfehlen.

    Seitdem wir Kelly haben, sind Städtreise allerdings selten geworden.

    Ich wünsche dir einen wunderbaren Start in die neue Woche, liebste A. Deine Ssss

    • Ja, in solchen Städten ist es auch eine feine Sache, zumal NYC sich wirklich gut erkunden lässt.
      Und dass ihr das mit Kelly nicht mehr so ambitioniert betreibt, verstehe ich. Gerade in NYC- meine arme Mandantin.

      Aber es ist schön zu lesen, dass du ‚dabei‘ bist.
      Ganz liebe Grüße
      Deine Nnnn

  5. Wow, du bist ein hervorragender Planer. Dagegen bin ich ein Loser. Aus Gründen.
    Als ich zum ersten Mal meine Familie mit nach London genommen habe, gab es auch einen minutiösen Plan – die sollten ja schließlich alles sehen. Am ersten Tag sind sie im Bus zum Tower eingeschlafen, während ich den Fremdenführer gemacht habe… Der Plan wurde dann auch geknickt. Dafür ist der Satz „14.00 Uhr Ankunft in Greenwich“ hier inzwischen ein geflügeltes Wort, wenn ich wieder mal einen Plan mache. Wir waren dann überhaupt nicht in Greenwich *schluchz* Dabei hätte ich ihnen sooooo gern die nachgebaute Kabine von Sir Francis Drake im maritimen Museum gezeigt. Alles Banausen hier.
    Aber Spaß beiseite: Theater, Musical oder Oper auf Städtereisen finde ich großartig. Ich war schon in London im Theater und im Musical, in Barcelona im Ballett und beim Basketball, in Valencia in einem Konzert, in New York bei einem Streetball-Turnier und in Dresden in der Oper. Muss sein und bleibt in Erinnerung! Museumsbesuche plane ich auch liebend gern ein, unter anderem weil ich etwas über die Geschichte der Stadt, die ich besuche, wissen mag.
    Wenn ich nicht gerade den Fremdenführer mache, lasse ich mich aber unglaublich gern einfach treiben, wenn möglich zu Fuß. Dabei entdeckt man Dinge, die man aus einem Sightseeing-Bus niemals sieht. Und ich ändere halt meine Pläne alle Naslang, weil es irgendwo soooo schön ist. Das sind manchmal ganz unspektakuläre Orte, die in keinem Reiseführer zu finden sind. Aber die sind mir wichtig.
    Liebe Grüße
    Fran

    • Basketball irgendwo im ausland, das steht auch noch auf unserer Liste. Besonders, wenn ein Familienmitglied dabei sein wird.

      Okay, was bei dir Greenwich, das wird bei mir wohl immer Musical sein… ab jetzt.

      Ich finde die Mischung aus Paln und treiben lassen mittlerweile sehr schön. Vor allen Dingen, wenn Zeit dabei ist.

      Alles Liebe
      Nicole

  6. @Oper
    „In den Sitz vor dir ist ein kleiner Bildschirm installiert, wo du deine Sprache auswählen kannst um die Übersetzung zu sehen.“ Großartig, endlich kein steifer Hals mehr vom Lesen des Librettos hoch über der Bühne wie in Hamburg. Interessant, dass Dir Tosca so gut gefallen hat. Ich fand sie langweilig. Meine liebste Oper ist die Turandot. O.K., die ist etwas marzialischer ;).

    Was die Kleidung angeht, zeigt der Mix doch auch, dass Oper was für jeden sein kann. Auf Reisen hat nicht jeder schicke Schuhe und Kleid/Anzug dabei, aber auch ein Backpacker hat vielleicht Lust auf eine Oper. Ich war kürzlich auf einer B-Premiere in Hamburg, das Publikum war ähnlich gemischt gekleidet – keiner im Frack, aber schon in sehr feinem Anzug, und einige eher im Vorlesungslook von Kulturstudierenden. Früher hätte mich das gestört. Heute entspannt es mich in Bezug auf meine eigene Kleidungswahl nach Lust und Laune. Ich hatte ein Kleid und Stiefeletten an. Früher hätte ich mich dafür in Pumps gezwängt.

    Was die Planung angeht, würde ich es wohl ähnlich machen: solche Karten vorher kaufen und alles andere vor Ort. Dass man inzwischen für so viele Orte und Ausstellungen vorher Karten kaufen muss, um überhaupt reinzukommen oder ohne 5 Stunden Wartezeite, finde ich ziemlich stressig. Das nimmt dem Urlaub die Spontanität und Leichtigkeit.

    Komm gut in die frische Woche!

    • @Oper: und es ist synchron. Wir hatten es hier in Bremen neulich, dass nur zwei Zeilen übersetzt wurden. Wenn du Englisch kannst- ok. Sonst? bedenklich

      Ich stelle fest, dass ich auch ein wenig toleranter werde, auch wenn Theater immer etwas besonderes für mich sein und bleiben wird. Pumps waren meine Bedingung allerdimgs nie.
      Dort ist es relativ einfach: Du kannst Zeitfenster buchen, wenn es sehr voll ist auch nur ausschließlich. Aber es sind keine 5 Stunden vorher. Und die Wartezeit ist gut organisiert in den meisten Fällen.

      Hab du auch eine schöne Woche, hier ist es sehr grau
      Liebe Grüße
      Nicole

  7. Eine tolle Planung, liebe Nicole. Genauso hätte ich es auch gemacht. Gerade bei Städtereisen, wo man nicht ewig Zeit hat, finde ich es wichtig, genau das zu sehen, was man sich wünscht und dann noch etwas Platz für Überraschungen zu lassen… Als wir mal eine Woche in Venedig waren, haben wir es auch so gemacht. Leider haben wir aber La Fenice ausgelassen. Umso mehr freue ich mich, dass Ihr in der MET wart! Dein Erleben dort kann ich richtig nachfühlen. Das ist sowas von beeindruckend.
    Ich war noch niemals in New York, aber heute morgen ein klitzekleines bisschen doch…
    Herzlich, Sieglinde

    • Manchmal ist es auch die Kunst des Auslassens, liebe Sieglinde, die einen extra Schönheiten finden lässt…
      Und ich freue mich gerade, dass ich dich ein bisschen in diese Stadt entführen konnte.

      Liebe Grüße und eine schöne Woche
      Nicole

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Autor

Nicole

Life with a glow ist mein Lifestyle Blog, in dem ich über das Leben ü40/ü50 schreibe. Spaß, Freude und Neugier sind niemals eine Frage des Alters sondern der Einstellung. Ich freue mich auf euch!

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