Zeitumstellung- was hat das mit Erwartung zu tun?

Erwartung

Zeitumstellung, eine neue Zeit? Ich bin eine Sommerfreundin, aber keine Freundin der Sommerzeit, aber was hat das mit Erwartung zu tun?

Sie ist wieder da, die Zeitumstellung. Ich liebe den Sommer wie ihr ja hinlänglich wisst. Aber die Sommerzeit? Nein, ich habe dabei das Gefühl, man stiehlt mir ein halbes Jahr lang eine Stunde am Tag und nennt es ruhig Einbildung, diese Stunde fehlt mir. Und eigentlich sollte sie ja auch längst wieder abgeschafft werden, diese Zeitumstellung.

Ich schmunzle, wenn ich immer höre, womit manche Menschen sich merken, was nun dran ist. Vor oder zurück? Müsst ihr euch das mit Eselsbrücken merken?

Was die Zeitumstellung mit Erwartung zu tun hat? Da mache ich jetzt einen supereleganten Schlenker. Mit vor oder zurück.

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Was ist mit meinen Erwartungen?

Ich hole mal etwas weiter aus: Es gibt Bereiche, in denen habe ich hohe Erwartungen. Vor allem an Menschen und den Umgang untereinander. Diese Erwartungen sind in der letzten Woche nicht immer erfüllt worden. Und das hat mich ziemlich beschäftigt und auch verwirrt. Ich lasse gerne mal Dinge zu nah an mich heran und fühle dann auch intensiv.

So geschehen, als ich die Reaktionen auf die neuen alten Regeln las. Es war wie in meinem Frühlingsbeitrag, dass ich relativ fassungslos die Worte einiger sah. Ich verstehe, dass wir alle frustriert sind, die einen mehr, die anderen weniger. Die Härte, auch von Menschen, bei denen ich es nicht erwartete, hat mich getroffen. Denn was hat sich geändert? Diese Pandemie ist immer noch da. Es gibt immer noch die Meinung derer, denen alles zu harsch ist und derer, denen alles zu lasch ist.

Und dann sind da die, die das alles einen sollen und auch wollen und es naturgemäß nicht schaffen können. Das Einen meine ich. Und ich möchte nicht an deren Stelle sein, immer noch nicht. Denn niemand von uns weiß es wirklich besser. Und muss diese Ideen dann auch mit anderen Alphatieren umsetzen.

Zunächst las ich nur die negativen Reaktionen. Das war, nennen wir es unschön. Hinzu kamen die Nachrichten über Nena. Puh, das schockierte mich. War sie doch die Ikone meiner Jugend und ich habe mir sogar damals ihren Pullunder aus dem Film nachgestrickt. Jetzt ist leider Schluss mit Ikone.

Was hatte ich erwartet?

Auf jeden Fall mal wieder Besonnenheit. Ich verstehe es absolut, wenn man nicht zufrieden ist oder etwas kritisiert. Aber doch bitte mit Augenmaß und Respekt. Vor allen Dingen und diesen Appell könnte ich täglich ans Universum schicken, wünsche ich mir auch von den Medien mal eine etwas andere Berichterstattung. Namhafte Zeitungen loben etwas, um es im nächsten Moment zu verteufeln. Ich kann das nicht verstehen, denn es dient niemandem. Weder der Zeitung noch uns.

Erwartung

 

Ich habe gestern mit unserer Tochter darüber gesprochen, dass wir wirklichen Nachrichtendetox betreiben und welche Apps bzw. Nachrichten wir nur noch anschauen. Und das sind wenige.

Was hatte ich nicht erwartet?

Natürlich, dass es nicht vorbei ist. Und auch, dass es kein Datum dafür gibt. Ich mag auch das Wort Desaster nicht mehr hören.

Ich schaue mir ab und an Zahlen an, ich lese Interviews und daran erkenne ich immer wieder Hoffnung. Oder auch Kommentare oder der Austausch mit euch. Das beruhigt mich immer. Denn diese Pandemie ist ein Desaster, aber es läuft und lief nicht alles schlecht. Selbst das Impfen nicht. Fehler passieren, ich kann mich da nur wiederholen. Aber wir sollten uns trotzdem immer wieder ins Gedächtnis rufen, was funktioniert.

Deshalb war ich menschlich und auch professionell sehr beeindruckt von der Entschuldigung der Bundeskanzlerin. Denn sie hat erklärt, dass eben nicht alles rund läuft. Und auch einiges falsch.

Vieles liegt eben auch in unseren Händen. Und nur, weil etwas erlaubt ist, muss man es nicht auch gleich machen.

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Was sind meine Erwartungen?

Ich wünsche mir gerade nach dieser Woche einmal mehr, dass wir uns unserer Situation bewusst sind, uns bewusst machen, dass auch wir viel dazu beitragen können, dass es vorangeht. Dass nicht alles schlecht ist.

Ja, viele von uns sind müde, ja es dauert alles lange und läuft nicht rund. Aber wir haben dieses Leben und wenn wir das Glas als halb voll betrachten und den Weg als halb gegangen, dann werden wir mit Geduld, Respekt und Besonnenheit auch den Rest des Weges schaffen. Das erwarte ich einfach. Und ich weiß, dass das geht.

Erwartet nicht nur, sondern macht

man merkt nie, was schon getan wurde-

immer nur, was noch zu tun bleibt.

Marie Curie

Nach der Zeitumstellung ist vor dem Sommer. Also: Machen wir uns eine schöne Zeit, erfreuen uns an den kleinen und größeren Dingen, schätzen wir, was wir immer noch haben, sehen wir das Gute, halten uns an die Regeln. Dann wird das trotz der gestohlenen Stunde ein schöner Frühling.

Wie ist das bei euch mit Erwartungen? Seid ihr auch schnell mal enttäuscht oder verwirrt?

Give your life a glow,

Eure Nicole

 

 

 

 

16 Kommentare

  1. Liebe Nicole, die Zeitumstellung brauche ich nicht, aber ich habe glücklicherweise auch nicht wirklich ein Problem damit, sowohl die Umstellung im Frühjahr als auch im Herbst gehen an mir eigentlich spurlos und ohne irgendwelcher lästiger Nebenwirkungen vorbei. Aber mit deinem restlichen Beitrag schreibst du mir richtig aus der Seele. Ich lese ja schon seit Jahren keine Nachrichten mehr und über alles Wesentliche war ich trotzdem immer informiert und das Restliche, sowieso meist Negative und oftmals auch Belangloses ist eben an mir vorbeigegangen. Doch jetzt vor Ostern habe ich doch mal wieder eine News-Seite geöffnet und war einerseits schockiert über die vielen nur negativen Überschriften und dann vor allem auch über die Kommentare, die von den Leser zu diesen Berichten abgegeben worden sind. Das geht ja über „normales“ Lästern bei Weitem hinaus, was da an unkonstruktiver Kritik, an Beschimpfungen oder an Beleidigungen zu finden ist. Da frage ich mich wirklich, wo da der gesunde Hausverstand verloren gegangen ist – Respekt gegenüber anderen, aber auch vor Besonnenheit ist daher in dieser Zeit besonders wichtig und das würde ich mir auch von allen erwarten in dieser Situation, die uns doch alle betrifft.
    Hab einen wunderbaren Tag, einen frühlingshaften Drücker und alles, alles Liebe Gesa

    • Liebe Gesa,
      ich bin einmal mehr sehr froh zu lesen, dass wir da wirklich gleich empfinden, was Erwartungen und Nahcrichten betrifft, denke ich doch genauso wie du.
      Wir empfinden es wahrscheinlich so, weil wir so nie reagieren würden, was richtig und gut ist.
      Ich wünsche dir eine schöne und sonnige Karwoche.
      Liebe Grüße
      Nicole

  2. Ich persönlich finde, dass die Entschuldigung unserer Kanzlerin nicht notwendig war. Natürlich, tun wir uns ununterbrochen beschweren, aber deren Job möchte ich auch nicht machen. Die Entschuldigung entstand unter Druck, weil die Menschen… ja eben was? Nicht einkaufen dürfen an dem Tag? Die Geschäfte leiden seit Monaten und Feiertag- Umsätze macht schon keiner mehr. So viel Streitigkeiten wegen einem Tag. Kein Mensch wird verhungern, nur weil Donnerstag zu wäre. Kein Shop hätte an dem Tag, den Umsatz des Jahres geschafft. Was ich schlimmer finde, seitdem diese hin und her. Soll man, darf man Geschäfte aufmachen? Mit oder ohne Test? Wo bekomme ich die Tests? Diese Fragen stellen sich alle Mitarbeiter und Geschäftsleitungen seit eine Woche und das jeden Tag. Was Zeitumstellung angeht… ich brauche es nicht 😅 Liebe Grüße und eine schöne Karwoche!

    • Liebe Mira,
      Es stimmt. Es ist schwierig und bleibt es wohl noch eine Zeit. Aber ich bin sicher, es wird sich zurechtrücken.
      Ich glaube, niemand möchte etwas falsch machen. Hoffen wir das Beste.
      Ich wünsche dir auch eine schöne Karwoche
      Liebe Grüße
      Nicole

  3. Die Woche hat Dich ja tatsächlich ganz schön mitgenommen und lässt Dich irgendwie noch immer nicht ganz los. Es wird immer schwarz und weiß und die Mitte geben, das können wir nicht ändern. Beim Nachrichten-Detox bin ich mir selbst nicht so sicher, am Ende verpasse ich dann, dass alles wieder auf hat und das Leben neu durchstartet 😉 Quatsch, ich habe mich irgendwo in der Mitte eingerichtet und lebe mir der Pandemie und versuche, wie immer, die schönen Momente eines jeden Tages wahrzunehmen und dankbar dafür zu sein. Die Zeitumstellung brauche ich nicht, aber sie macht mir auch nicht zu schaffen. Da denk ich gar nicht drüber nach.
    Liebe Grüße und schönen Abend
    Sigi

    • Liebe Sigi,
      Ja, ich weiß, dass du mit allem, was du sagst, absolut Recht hast. Aber es gibt diese Tage. Das Schöne nehme ich trotzdem mit und genieße. Da klappt die Trennung hervorragend. Und zur Not sage ich dir Bescheid, wenn alles wieder offen ist, haha.
      Ich wünsche dir eine schöne Woche
      Liebe Grüße
      Nicole

  4. Die Richtung der Umstellung merke ich mir mit den Gartenmöbeln, die man vors Haus stellt oder wieder zurück in den Keller. Das klappt, auch wenn unsere immer draußen sind.

    Erwartungen … schwieriges Themen. Ich habe hohe Erwartungen an mich und an andere und tue mich mit Nichterfüllung schwer – in beide Richtungen.

    Nachrichten konsumiere ich nur minimal. Frei nach dem Motto: Wenn was wirklich wichtiges passiert, werde ich es schon mitbekommen. Und selbst dabei erfahre ich noch viel zu viel …

    Einen schönen Sonntag wünscht Dir
    Ines

    P.S. Kommentieren über den Instagrambrowser funktionierte nicht, angeblich war immer die Mailadresse falsch.

    • Liebe Ines,
      Die Eselsbrücke mit den Gartenmöbeln kenne ich auch. Bei den Erwartungen sind wir uns sehr ähnlich 😉. Ich habe das Problem mit dem Instagrambrowsern auch manchmal. Keine Ahnung, woran das liegt. Bei FB ist es ähnlich.
      Ich wünsche dir einen schönen Sonntag.
      Liebe Grüße
      Nicole

  5. Liebe Nicole,
    Nachrichtenfasten ist bei mir auch ganz klar das Mittel und die Konsequenz aus dem ganzen Meinungstumult, der da gerade tobt. Denn sonst tobt es pausenlos in mir. Und das tut mir nicht gut. Darüber hatten wir ja schon ausführlich gesprochen und festgestellt, dass wir sehr ähnlich ticken.
    A Propos .. Ticken…Ich hoffe jedes Jahr auf eine Beendigung der Zeitumstellung. Da ich von solchen Phänomenen wie einer inneren Uhr und einer Organuhr überzeugt bin, denke ich, dass es ein Eingriff in die Natur ist, da zu manipulieren.
    Hoffen wir also auf eine Ansteckung und Verbreitung von und mit ganz viel Besonnenheit und Vernunft mit ganz viel Respekt.
    Liebste Grüße
    Heike

    • Liebe Heike,
      Ja, in mir ist dann auch immer Aufruhr. Daher tat und tut mir der Austausch mit dir auch so gut. Und diese Zeitumstellung, ich würde die Abschaffung feiern.
      Bleiben wir besonnen und hoffen, dass sie sich zusammen mit der Vernunft ausbreitet.
      Alles Liebe und einen feinen Sonntag
      Nicole

  6. Auf die Zeitumstellung könnte ich gut verzichten. Mir geht es wie Dir. Ein halbes Jahr lang fehlt mir die Stunde. Und nützen tut sie auch nicht.

    Ich hätte mir gewünscht, dass die Pandemie mit Beginn der Sommerzeit vorbei wäre. Aber das sind ja nur Träume. Momentan fehlt mir ein Krisenmanagement in Deutschland. Ich finde die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie sehr unkoordiniert. Für mich ist es völlig unverständlich, dass man im eigenen Land nicht in einer einsamen Ferienwohnung Urlaub machen darf, aber dafür nach Mallorca fliegen. Zu Tausenden. Dass die Menschen dabei mürbe werden, ist daher absolut nachvollziehbar. Nichts desto trotz sollten wir alle besonnen bleiben.

    Liebe Grüße Sabine

    • Liebe Sabine,
      Wie schön, dass ich mit meiner Meinung zur Zeit nicht allein bin. Ich glaube, bei Mallorca spielen verschiedene Komponenten eine Rolle, auch wenn es schwer nachvollziehbar ist. Einen großen Anteil hat die Tatsache, dass es ein Nichtrisikogebiet ist. Selbst wenn es nicht nachvollziehbar ist, ist das leider so.
      Und ich glaube, das Krisenmanagement nicht so einfach ist wie wir es uns vorstellen. Deshalb hoffen wir wirklich auf Besonnenheit.
      Ich wünsche dir einen schönen Sonntag.
      Liebe Grüße
      Nicole

  7. Das hast Du sehr treffend gesagt, liebe Nicole:
    “…. dann werden wir mit Geduld, Respekt und Besonnenheit auch den Rest des Weges schaffen. Das erwarte ich einfach. Und ich weiß, dass das geht.”
    Ganz besonders gefällt mir das Wort Besonnenheit darin. Sich besinnen bedeutet ja, bei Sinnen sein (also in gutem Einklang mit sich selbst und möglichst angstfrei) und dann abzuwägen, was Sache ist. Auch sich der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dabei zu besinnen und auch dem 7.Sinn, der Intuition, Raum zu lassen.

    Maren von “Farbwunderstyle” schreibt heute über Indgioblau und seine Bedeutung.
    Das könnte im Rahmen von persönlichem Krisenmanagement auch interessant sein.
    Ich werde heute jeden falls einen Schal in Indigoblau tragen und damit meiner Besonnenheit und Intuition auf die Sprünge helfen.
    Danke für Deine klugen und klaren Worte.

    Und, Nena? Hat sich leider selbst überlebt: forever (to) young!
    Einen feinen Sonntag wünscht Dir herzlich, Sieglinde

    • Liebe Sieglinde,
      Vielen Dank für deine wie immer lieben und besonnenen und wertschätzenden Worte. Denn genauso ist es und wird es sein. Es ist schön zu lesen, dass du auch so denkst.
      Ich denke, ich schaue mir die Bedeutung von indigoblau mal an.
      Auch wenn ich heute eher in schwarz (aber mit hellen Gedanken) unterwegs bin.
      Einen gemütlichen Sonntag und liebe Grüße
      Nicole

  8. Erwartungen? Im Moment habe ich keine – zumindest nicht in Sachen Pandemie. Ich habe lange von den Menschen erwartet, dass sie sich an Regeln halten. Inzwischen weiß ich, dass sie es schlichtweg nicht wollen. Und gegen nicht-wollen gepaart mit *hüstel* nicht gerade überbordender Intelligenz wird das halt nix. Bin ich enttäuscht? Ich war es mal.Geholfen hat es nicht, weder mir noch sonst jemandem.
    Ich habe mich heute früh gefreut, dass es scheinbar doch noch Politiker gibt, die der Einsicht fähig sind und nicht nur diejenigen, die pausenlos “Öffnung” schreiben. Aber ich halte mich zurück mit Erwartungen.
    Ich bin traurig. Traurig, weil mein Vater starb, ohne dass jemand von uns Kindern zu ihm durfte – wegen der Pandemie. Das letzte, was er gesehen hat, waren Schutzkittel, Masken, Schutzbrillen und Hauben. Ich hätte mir gewünscht, dass es unsere Gesichter gewesen wären.
    Liebe Grüße
    Fran

    • Liebe Fran,
      ich drücke dich mal virtuell und schicke dir meine traurigen Gedanken wegen deines Vaters. Es tut mir unendlich leid. Aber da ich an so etwas glaube, galube ich, dass er eure Gesichter gesehen und sich geliebt gefühlt hat. Es ist alles anders, selbst das Sterben. Aber ich wünsche dir, dass deine schönen Erinnerungen an ihn deine Traurigkeit über die Umstände überstrahlen.
      Ansonsten teile ich deine klaren Worte- wie so häufig. Und deshalb gebe ich die Hoffnung nicht auf und will es auch nicht, dass die, dies es vermeintlich richtig machen überwiegen.
      Liebe Grüße
      Nicole

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